„The Power of Style“ oder wie Sie lernen, die Macht des Stils richtig einzusetzen

Der Stil-Ratgeber "The Power of Style" zeigt auf, wie guter Stil aus der inneren Haltung selbstbewusster Frauen entsteht.

Der Stil-Ratgeber „The Power of Style“ von Bobbie Thomas zeigt auf, wie guter Stil aus der inneren Haltung selbstbewusster Frauen entsteht.

Wie viel Macht haben Mode und Stil? Ich meine damit nicht die Macht der Branche über unsere Vorstellungen von Schönheit oder über unsere modischen Wünsche und Begehrlichkeiten. Diese ist unbestritten. Sie müssen als Frau sehr stark sein, um sich gegen die Dauerberieselung mit super-schlanken, jungen Models, „Must-haves“ und „It-Pieces“ zur Wehr zu setzen. Nein, ich meine: Wie wirkt die Macht des Stils darauf, wie Sie von anderen Menschen wahrgenommen werden oder wie gut Sie Ihre Lebensziele verwirklichen können?

Diese Frage wirft Bobbie Thomas in ihrem englisch-sprachigen Stilratgeber „The Power of Style“ auf und gibt interessante Antworten. Heute möchte ich Ihnen das Buch der Stil-Koryphäe vom US-TV-Sender NBC vorstellen, die sagt:

„Jeder muss irgendetwas anziehen, aber wie Sie sich anziehen, beeinflusst einfach alles.“

Die Macht des Stils ist tatsächlich weit größer, als manche denken. Das macht das Buch auf jeden fall deutlich. Und daher muss ich Sie vorab warnen: Anders als bei amerikanischen Mode-Ratgebern sonst üblich, wird dabei ganz schön tief gegraben…

Stil- und Mode-Ratgeber: Immer die üblichen Inhalte oder alles ganz anders?

Ich lese viele Stil-Ratgeber. In den meisten davon finden sich immer wieder ähnliche Inhalte mit leicht unterschiedlichen Schwerpunkten. Aber die Möglichkeiten, in einem Buch alles über Mode zu lernen, sind auch begrenzt. Die Umsetzung in die Praxis gelingt häufig doch nur mithilfe einer persönlichen Stilberatung.

Das Buch „The Power of Style“ ist in dieser Hinsicht nicht anders, geht aber deutlich über das Übliche hinaus. Denn das Buch beschäftigt sich in einem ersten, vorangestellten Teil mit den inneren Voraussetzungen für persönlichen Stil. Erst im zweiten Teil erfolgt dann die Übersetzung des Inneren in Stil-Tipps für die äußere Erscheinung. Dort finden sich dann die typischen Farb- und Figur-Tipps sowie Ratschläge zum Einkauf von Kleidung und zur Organisation des Kleiderschranks. Wenn Sie die Modeflüsterin schon länger lesen, werden Sie die Inhalte des zweiten Buchteils jedoch nicht mehr überraschen.

Stil entsteht durch die Beziehung zwischen Innenleben und äußerem Erscheinungsbild

Das Besondere und Interessante des Stilratgebers ist der erste Teil. Denn Bobbie Thomas ist auch eine sehr gute Psychologin, die das Entstehen guten Stils an den Wurzeln packt. Und diese Wurzeln liegen immer im Innenleben der Frau, bei ihrer Persönlichkeit, Ihren Charaktereigenschaften und Ihren Lebenszielen. Sie stellt ihren Leserinnen die Frage:

  • Wer sind Sie, welches Selbstbild haben Sie und wie möchten Sie von anderen Menschen wahrgenommen werden, damit Sie Ihre Ziele besser erreichen?

Sie erklärt, welchen großen Einfluss der erste Eindruck und das äußere Erscheinungsbild in ganz vielen Lebenslagen haben. Und Sie plädiert dafür, dass Sie Kleidung bewusst einsetzen, um die Macht der Mode für sich zu nutzen. Denn:

„Mode ist Ihre stille Botschaft an die Welt.“

Wenn Sie das Blogger-Projekt „Finde Deinen Stil“ im letzten Sommer hier auf dem Blog mit verfolgt haben, wissen Sie, dass ich diesen tiefgreifenden Ansatz, den eigenen Stil zu verstehen und zu entwickeln, sehr unterstütze. So habe ich auch diesen ersten Buchteil unter dem Motto „Der Wandel beginnt von innen“ verschlungen und für Sie die folgenden interessanten Gedanken herausgefiltert.

Sehen Sie in den Spiegel – aber nutzen Sie dabei die richtige Art von Spiegel!

Was sehen Sie, wenn Sie in den Spiegel schauen? Und welche sonstigen Anhaltspunkte können Sie dazu heranziehen, sich selbst wohlwollender zu betrachten?

Was sehen Sie, wenn Sie in den Spiegel schauen? Und welche sonstigen Anhaltspunkte können Sie dazu heranziehen, sich selbst wohlwollender zu betrachten?

Wen sehen Sie, wenn Sie in den Spiegel sehen – ehrlich? Die meisten Frauen sehen zuerst ihre Makel, einen Menschen, den sie nicht sehr wohlwollend betrachten. Solange Sie sich selbst so kritisch oder sogar negativ sehen, werden Sie dies auch äußerlich so kommunizieren. Der Tipp von Thomas lautet: Wählen Sie die Spiegel sorgfältig aus, in denen Sie sich betrachten – und denen Sie glauben wollen. Nicht der Spiegel aus Glas zeigt, wer und wie Sie sind, sondern andere Menschen, Situationen und das Leben das Sie führen.

  • Wie würden ihre liebsten Freunde Sie beschreiben?
  • Wie verhalten Sie sich in unterschiedlichen Situationen?
  • Wie entscheiden Sie sich?
  • Wie führen Sie Ihr Leben?
  • Wie gehen Sie mit anderen Menschen um?
  • Und was sagt das über Sie aus?

Taten sprechen lauter als Worte, sagt Thomas und zeigt viele Beispiele und Übungen, wie Sie lernen, die „guten“, wertschätzenden Spiegel um sich herum zu erkennen, die „schlechten“, verzerrenden Spiegel zu meiden und so Ihr Selbstwertgefühl aufzubauen. Denn Sie sind weit mehr als eine simple Reflexion in einer Glasscheibe! Erst wenn Sie sich wirklich in Ihrer Ganzheit sehen können, können Sie Ihre Identität nach außen in Ihren persönlichen Stil übersetzen und ein authentisches, positives Image erzeugen. Thomas meint dazu:

„Stilvoll zu sein, hat nichts mit Ihrem Figurtyp oder der Höhe Ihres Bankkontos zu tun; es geht darum, die eigene Individualität voll und ganz zu akzeptieren und diese innere Haltung in Ihren Beziehungen, bei ihrer Arbeit und in jeder Situation Ihres Lebens auszustrahlen.“

Ihre Körpersprache und der äußere Eindruck entscheiden, wie Sie beurteilt werden.

Rund 93 Prozent der Kommunikation läuft nonverbal ab. Wie Sie sich bewegen, Ihre Gestik und Mimik und welche Kleidung Sie tragen, entscheiden darüber, wie Sie wahrgenommen und von anderen Menschen beurteilt werden. Wir alle sprechen ständig zu unserer Umwelt, ohne ein Wort zu sagen. Und wir selbst lesen ständig ganz viele kleine äußere Hinweise aus, um uns eine Meinung über Charakter und Persönlichkeit anderer Menschen zu bilden. Glaubhaft wirken Sie nur, wenn Ihre Worte und Taten mit diesen nonverbalen Signalen übereinstimmen.

Ihre Körperhaltung, Mimik und Gestik wird von Ihrer inneren Haltung gespeist. Daher ist es so wichtig, an Ihrem Selbstbild zu arbeiten. Die Kleidung ist ebenfalls ein Element dieser nonverbalen Kommunikation. Aber diese Facette des äußeren Eindrucks können Sie selbst beeinflussen – und zwar so, dass sich die Türen für Sie öffnen und Sie ihre Ziele leichter erreichen. Dazu sind laut Thomas zwei Fragen entscheidend, die Sie sich jeden Tag stellen sollten, bevor Sie das Haus verlassen:

  • Fühlen Sie sich wohl in Ihrer Kleidung? Nur wenn Sie sich absolut wohl fühlen in dem, was Sie tragen, werden Sie dies unbewusst vermitteln und andere im ersten Eindruck überzeugen.
  • Welche Botschaft, welcher Satz oder welches Wort soll Ihre Kleidung heute über Sie kommunizieren? Welche Botschaft Ihre Kleidung über Sie vermitteln soll, kann sich täglich und je nach Anlass verändern. Sie hängt davon ab, was Sie am jeweiligen Tag vorhaben, welche Menschen Sie dabei treffen und was Sie erreichen wollen. Bei einem ersten Date wird diese Botschaft sicherlich anders aussehen, als bei einer Präsentation vor dem Vorstand.

Beherrschen Sie schon die nonverbale Sprache des Stils?

In diesem Kapitel rät Thomas ihren Leserinnen dazu, sich selbst als Marke zu verstehen und zu inszenieren. Sie beschreibt eine Marke als „Bauchgefühl“, als die Summe aller Assoziationen, die andere haben, wenn sie Sie sehen oder an Sie denken. Ihr Stil ist die Sprache, mit der Sie Ihre persönliche Marke aufbauen und bewerben. Starke Marken haben einen Kern, der klar und konsistent kommuniziert wird. Marken haben eindeutige Vorzüge und müssen entsprechend verpackt und beworben werden.

Definieren Sie Ihren Markenkern!

Die Kernfrage, um die Essenz Ihrer Marke herauszufinden, lautet:

  • Wer sind Sie? Welche Werte, Überzeugungen, Vorlieben und welches Verhalten machen Ihre persönliche Marke aus?

Ob Sie wollen oder nicht: Sie werden von anderen laufend beurteilt und in Schubladen gesteckt. Stil hilft Ihnen dabei, Ihr Image zu kontrollieren, indem Sie selbst die Hinweise dazu liefern, wo Sie eingeordnet werden wollen. Dabei bietet Thomas in ihrem Buch mehrere Anhaltspunkte und konkrete Übungen an, die Ihnen dabei helfen, Ihren Markenkern zu finden.

Was sind die Vorteile Ihrer Marke und wie wollen Sie sie bewerben?

Haben Sie Ihren Markenkern gefunden, geht es an die Bewerbung Ihrer Vorzüge und an die Entwicklung einer attraktiven Verpackung. Dabei helfen die folgenden Fragen:

  • Welche Stärken und Talente haben Sie? 
  • Welche Charaktereigenschaften zeichnen Sie aus? 
  • Und wie können Sie diese mit Ihrem äußeren Erscheinungsbild deutlich machen?

Natürlich kann Bobbie Thomas Ihnen diese Fragen nicht im Buch beantworten – sie sind zu individuell. Aber sie gibt viele nützliche Denkanstöße, wie Sie selbst der Essenz Ihres Seins und damit Ihres Stils näher kommen.

Kennen Sie Ihre inneren Werte und schätzen Sie sie genug?

Sich selbst genug Wertschätzung entgegen zu bringen, ist einer der Schlüssel, um individuellen Stil zu entwickeln.

Sich selbst genug Wertschätzung entgegen zu bringen, ist einer der Schlüssel, um individuellen Stil zu entwickeln.

Laut Bobbie Thomas kann Sie nun nur noch ein Detail von Ihrem persönlichen Stil abhalten: Sie müssen sich selbst von Ihrem eigenen Wert überzeugen. Sie müssen zu der Ansicht gelangen, dass Sie Wertschätzung verdienen, so wie Sie sind – nicht perfekt, aber der perfekte Ausdruck Ihrer selbst. Sie müssen selbst glauben, dass Sie jede Investition in Ihr äußeres Erscheinungsbild wert sind.

In diesem Kapitel geht es um Selbstliebe, darum, die eigenen inneren Werte zu erkennen und zu schätzen, sich zu pflegen und sich selbst etwas Gutes zu tun. Dabei lautet die zentrale Erkenntnis: Stil hat nichts mit äußeren, materiellen Werten zu tun. Nur Ihr ganz individueller, innerer Reichtum kann Ihren Selbstwert bestimmen und damit die Grundlage für Ihren Stil sein. Oder mit anderen Worten:

„Mode kann man kaufen. Stil muss man besitzen.“ (Edna Woolman Chase)

Fragen, die Ihnen dabei helfen, Ihren Selbstwert zu erkennen und sich selbst zu akzeptieren, könnten sein:

  • Wie zufrieden sind Sie mit sich selbst?
  • Würden Sie sich selbst zu einem Date einladen?
  • Was können Sie realistischerweise ändern, um mit sich selbst zufrieden zu sein?

Und Thomas betont: Stil gehört immer zu den Dingen in Ihrem Leben, die Sie ändern können – glücklicherweise. Es wird Sie zwar Zeit, Energie und vielleicht auch etwas Geld kosten, Ihren Stil zu entwickeln und umzusetzen. Aber es ist eine Frage der Prioritäten in Ihrem Leben und der Wertschätzung gegenüber sich selbst, diese Investition in Ihr Aussehen auch wirklich zu tätigen.

Grundsätzliche Lebensfragen und Ihre individuellen Antworten darauf bestimmen Ihren Stil.

Sie sehen, dass es der erste Teil von „The Power of Style“ wirklich in sich hat. Hier werden sehr grundsätzliche Lebensfragen aufgeworfen. Und Bobbie Thomas argumentiert sehr eindringlich dafür, diese Fragen anzugehen. Denn sie sind Grundlage dafür, zu einem eigenen, authentischen äußeren Erscheinungsbild zu gelangen, das Ihnen in ganz vielen Situationen Vorteile verschafft. Es sind diese Gedanken und die begleitenden Anregungen für mehr Selbsterkenntnis, die das Buch lesenswert machen. Diese psychologische Tiefe findet man in US-amerikanischen Stilratgebern selten.

Das Buch kann – wie die meisten Bücher zum Thema – natürlich keine persönliche Stilberatung ersetzen. Aber die Bearbeitung der darin gestellten Grundfragen wird Ihnen dabei helfen, sich optimal auf eine solche Stilberatung vorzubereiten und das Ergebnis der Stilberatung deutlich zu verbessern. Denn die beste Stilberaterin kann Ihnen nicht die Aufgabe abnehmen, den Kern Ihres Wesens herauszuarbeiten. Der beste Stil-Profi kann nicht für Sie entscheiden, welche Botschaft Sie der Welt über sich mitteilen möchten. Und das Ergebnis der besten Stilberatung kann nicht dafür sorgen, dass Sie sich selbst so lieben und wertschätzen, wie Sie es verdienen.

Ich denke, Sie verstehen jetzt, warum ich Ihnen die Kerngedanken des Stilratgebers von Bobbie Thomas gerne darlegen wollte. Wenn Sie hier über Mode lesen und lernen, dann ist das nur die Oberfläche. Es geht um das Erlernen einer Sprache, die sich „Stil“ nennt. Figur- und Farb-Tipps sind die Grammatik dieser Sprache, Kleidungsstücke und Accessoires ihr Vokabular. Aber um aus alldem zusammenhängende Sätze zu bilden, die für Sie und Ihr Leben Sinn ergeben, dazu müssen Sie sich selbst erst richtig kennen, schätzen und lieben lernen. So einfach und schwer zugleich ist guter Stil.

Wie sehen Sie das? Habe ich Sie nachdenklich gemacht? Ich freue mich, wenn Sie Ihre Gedanken hier teilen!

Das Buch The Power of Style: Everything You Need to Know Before You Get Dressed Tomorrow können Sie in englischer Sprache bei Amazon bestellen (Affiliate-Link).

 

Dieser Inhalt sowie die Kommentare stehen exklusiv den Mitgliedern des Modeflüsterin-Clubs Premium zur Verfügung. Bitte melden Sie sich an, um weiterzulesen.

 

Sie sind noch kein Mitglied im Modeflüsterin-Club Premium? Dann klicken Sie hier:

Kategorie Literatur

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin teile ich meine Gedanken und Fashion-Tipps mit gleichgesinnten starken Frauen, die ohne Modelmaße, aber mit viel Persönlichkeit durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).