Fashion-Buch: Mode-Tipps für Ihr „schönstes Ich“

"Mein schönstes Ich" heißt der Stil-Ratgeber von Veronika Wimmer. Lohnt das Mode-Buch den Kauf?

„Mein schönstes Ich“ heißt der Stil-Ratgeber von Veronika Wimmer. Lohnt das Mode-Buch den Kauf?

Wollen wir nicht alle unser „schönstes Ich“ entdecken? Wie glücklich wären Sie, wenn Sie jeden Tag aufs Neue das Beste aus Ihrem Farb- und Figurtyp, Ihren natürlichen Gegebenheiten und Vorzügen herausholen könnten? Die ganze Mode- und Beauty-Industrie hat sich auf die Fahne geschrieben, Ihnen genau diesen Wunsch zu erfüllen. Unzählige Bücher, Zeitschriften, Online-Portale sowie Mode- und Beautymarken werben genau mit dieser Verlockung: Sie schöner, erfolgreicher und glücklicher zu machen.

Dass diese Versprechungen nur sehr selten eingelöst werden, haben Sie sicherlich auch schon bemerkt. Umso neugieriger bin ich geworden, als mir eine Leserin der Modeflüsterin (liebe Grüße, Violetta!) ein Buch empfahl, das den Titel trägt: „Mein schönstes Ich„. Also habe ich mir kurzer Hand das Buch gekauft und mit freudiger Erwartung gelesen. Und natürlich versäume ich es nicht, Ihnen von meinen Eindrücken und wichtigsten Erkenntnissen zu berichten. Ob der Kauf-Daumen nach oben geht? Lesen Sie selbst…

Zur Autorin: 25 Jahre Stil- und Farbberatung und ein fröhliches Lachen

Die Autorin des Buches, Veronika Wimmer, ist seit 25 Jahren „Integrative Farb- und Typstylistin“ und bildet auch angehende Stylistinnen aus, heißt es auf dem Buchrücken. Viel mehr als dieser Nachweis fachlicher Kompetenz interessiert mich aber die Frau mit den lustigen Augen und dem noch lustigeren Haarschnitt, die auf dem Portraitfoto zu sehen ist. Egal wie erfahren diese Frau sein mag – allein aufgrund des Fotos ist für mich klar, dass eine Beratung bei ihr sicherlich viel Spaß machen würde.

Zu meinem ersten positivem Eindruck kommt hinzu, dass das Buch genau die Haptik hat, die ich an Büchern liebe: glattes, biegsames und etwas schwereres Papier ist ein Handschmeichler und macht Lust auf abendliches Lesen auf dem Sofa. Also nichts wie ran an die Seiten!

Wie sieht die Beziehung zwischen Ihnen und Ihrer Kleidung aus?

Gleich mit dem ersten Zitat von Giorgio Armani in der Einführung trifft Veronika Wimmer ins Schwarze:

„Stil ist Stimmigkeit. Die Beziehung zwischen einer Person und dem, was sie trägt.“

Genau so ist es. Und stimmig ist auch der Titel des ersten Kapitels, der lautet: „Sind Sie, was Sie tragen?“ Mit ihren Ausführungen trifft die Autorin sicherlich viele Frauen mitten ist Herz. Sie spricht von den Verletzungen, die uns davon abhalten, uns selbst liebevoll anzunehmen (Sie erinnern sich sicherlich an meine kleine vorweihnachtliche Parabel? Gleiches Thema, gleiche Erkenntnis!). Erschwerend dazu komme, dass unser Selbstwertgefühl laufend durch die Botschaften von Medien und Werbung untergraben werde. Was ich immer sage…

Wie aber kann eine Frau ihre Werte, ihre Ansichten und Ihre ganz individuelle Schönheit mit Kleidung ausdrücken, wenn sie sich selbst solchermaßen blockiert? Veronika Wimmer beschreibt im ersten Kapitel den Zustand, in dem viele Kundinnen bei ihr ankommen und um Beratung bitten. Sie stellt die zwei alles entscheidenden Fragen: Wie sieht der Status Quo Ihres Kleiderschranks aus und wo wollen Sie hin?

Für guten Stil braucht es nicht viel.

Für guten Stil braucht es nicht viel, aber das Richtige - das steht auch in der Philosophie der Modeflüsterin.

Für guten Stil braucht es nicht viel, aber das Richtige – das steht auch in der Philosophie der Modeflüsterin.

Im zweiten Kapitel geht es darum, die inneren Widerstände und falschen Vorstellungen abzubauen, die bisher eine optimale, auf die Persönlichkeit abgestimmte Kleidung behindert haben. Der Titel „Es braucht nicht viel, aber das Richtige“ spricht mir aus der Seele und könnte auch aus der Philosophie der Modeflüsterin stammen. Dort steht das übrigens genau so geschrieben.

Dazu räumt die Autorin gleich noch mit ein paar Missverständnissen auf, die da wären:

  • Für guten Stil brauchte es die aktuellen Looks.
  • Für guten Stil braucht es viel Geld.
  • Für guten Stil muss man jung sein.
  • Für guten Stil braucht man eine perfekte Modelfigur.

Sie wissen wahrscheinlich schon, wie diese Thesen beantwortet werden oder?

Welche Farben und Farb-Kombinationen lassen Ihr natürliches Ich erstrahlen?

Im dritten Kapitel geht die Autorin in medias res. Es geht um die Frage, welches Farbspektrum Ihnen am besten steht. Dazu gibt es eine kleine Farbenlehre und die Einteilung der Farbtypen nach bestimmten Kriterien, die deutlich über die üblichen vier Jahreszeiten hinausgehen. Das vorgestellte Farbensystem variiert nach folgenden Gesichtspunkten:

Die Temperatur der Farben

Diese Unterscheidung kennen Sie vom Jahreszeitensystem der Farben. Es gibt Farben, die einen größeren Gelbanteil haben und damit eine eher warme Ausstrahlung. Dem gegenüber stehen die Farben, die einen größeren Blauanteil haben und somit einen kühlen Unterton. So weit so gut.

Der Buntwert der Farben

Welche Kriterien entscheiden darüber, ob Ihnen eine Farbe wirklich steht?

Welche Kriterien entscheiden darüber, ob Ihnen eine Farbe wirklich steht?

Hierbei geht es um die Frage, ob eine Frau eher expressive, knallige oder vibrierende Farben tragen kann oder ob sie in „unbunten“, dezenten Farben weit besser zur Geltung kommt.

Der Lichtwert der Farben

Können Sie eher helle, mittlere oder dunkle Farben tragen? Und wie hoch darf Ihr persönlicher Kontrast-Level sein, wenn Sie Farben mit unterschiedlichem Lichtwert zusammen tragen wollen? Es gibt Frauen, die den stärksten Kontrast, Schwarz mit Weiß, hervorragend tragen können und solche, die in einer Ton-in-Ton-Kombination am besten wirken. Und natürlich ganz viele Frauen, denen ein mittlerer oder leichter Kontrast im Outfit am besten steht.

Die Intensität der Farben

Wenn Sie sich eine Farbskala von leuchtendem Neonpink bis hin zu pudrig-zartem Rosa vorstellen, dann hat jede Frau einen Punkt auf dieser Skala, an dem die Intensität der Farbe Pink bzw. Rosa für sie genau richtig ist. Bei allen Farbtönen, die zu Ihrem Farbtyp passen, gilt es, genau diesen Punkt zu finden. Dann steht Ihnen die entsprechende Farbe am besten.

Eine gute Idee im Buch ist es, dass die jeweiligen Farbspektren als Streifen am Seitenrand des Buches dargestellt werden. So können Sie beim Lesen des Kapitels die Seitenränder quer ans Gesicht legen und schon mal überprüfen, welche der Farbskalen gut zu Ihren natürlichen Farben passen würde. I like!

Körper-Proportionen, Stil im Beruf und das richtige Ausmisten im Kurz-Durchlauf

Wie Sie Ihre Proportionen mit Volumen, Farben, Linien und Akzenten verändern, wissen Sie als Leserin der Modeflüsterin schon recht genau oder?

Wie Sie Ihre Proportionen mit Volumen, Farben, Linien und Akzenten verändern, wissen Sie als Leserin der Modeflüsterin schon recht genau oder?

In den Kapiteln 5 bis 7 sind eher Basisinformationen oder Nachgedanken zu finden, als bahnbrechend Neues.

Im fünften Kapitel des Buches geht es um die weiblichen Proportionen und wie Sie Ihren Körper harmonisieren können. Sie erhalten Tipps, wie Sie die bekannten Stilmittel Farbe, Volumen und Linien einsetzen, um Ihre horizontalen und vertikalen Proportionen auszugleichen. Wenn Sie die Modeflüsterin regelmäßig lesen, dürften Sie in diesem Bereich bereits bestens informiert sein.

Auch bei den Themen „Business-Mode“ und „Kleiderschrank ausmisten“ in Kapitel 6 und 7 warten keine großen Überraschungen auf Sie. Dass Sie Mode im Beruf einsetzen können, um professionell und kompetent zu wirken und um sich selbst als unverwechselbare Marke zu inszenieren, ist bekannt – spätestens wenn Sie das Buch „The Power of Style“ gelesen haben. Dass es dabei zu Spannungen zwischen Ihrem Stiltyp und dem Dresscode kommen kann, dürfte Sie ebenfalls nicht verwundern.

Schließlich ist das Ausmisten des Kleiderschranks eine logische Folge, wenn Sie Ihren persönlichen Stil erkannt haben und diesen auch konsequent umsetzen möchten.

Gerne verweise ich an dieser Stelle auf die umfassenden Beiträge hier auf dem Blog zum Thema „Business-Mode„, „Business Capsule Wardrobe„, „Kleiderschrank-Inventur„, „Lebensstil“ und „Gute Vorsätze für Ihre Basisgarderobe „.

Die unterschiedlichen Stilwelten ergeben Ihre persönliche Stilrezeptur

Den Kern des Buches und gleichzeitig den Inhalt, mit dem sich „Mein schönstes Ich“ von den meisten anderen Stil-Rategebern unterscheidet, finden Sie im vierten Kapitel. Hier gehen Sie gemeinsam mit der Autorin auf Spurensuche nach Ihrer persönlichen Stilrezeptur. Denn so unterschiedlich der Wesenskern einer jeden Frau ist, so verschieden sind auch die modischen Stilmittel, mit denen Sie diese zum Ausdruck bringen kann.

Wie viele Anteile der klassischen Stilwelt haben Sie in Ihrer Stil-Rezeptur?

Wie viele Anteile der klassischen Stilwelt haben Sie in Ihrer Stil-Rezeptur?

Dabei geht Veronika Wimmer deutlich differenzierter vor als viele ihrer Autoren-Kolleginnen. Sie beschreibt verschiedene Stilwelten und lässt die Leserin aus diesem Potpourri der modischen Möglichkeiten ihre ganz individuelle Mischung zusammenstellen. Sie regt die Leserin dazu an, ihre ganz persönlichen Haar-, Gesichts- und Körpermerkmale genau zu beobachten und nach Parallelen in den Stilwelten zu forschen. Dazu gibt sie bei jeder Stilwelt an, welche körperlichen Voraussetzungen besonders typisch für den jeweiligen Stil sind und welche Prominenten diese verkörpern. Ergänzt werden die Ausführungen durch die Formen, Stoffe, dekorativen Details sowie Kleidungsstücke, Schuhe, Taschen und sonstige Accessoires, die für die jeweilige Stilwelt typisch sind.

Im Einzelnen werden die folgenden Stilwelten vorgestellt:

Der extravagant-klare Stiltyp

In diese Kategorie fallen sowohl sehr puristische, futuristische, als auch elegante Stiltypen. Dazu kommen Mode-Mottos, wie „Dandy“, „Origami“ und „Tango“.

Der klar-schlichte Stiltyp

Hier finden sich sportliche, natürliche, sinnliche und klassische Typen wieder.

Der klar-lebendige Stiltyp

Beschreibungen, wie „bewegt-sinnlich“, „Trenchcoat-Typ“ und „Landadel“, geben Ihnen eine Vorstellung davon, welche Mode-Welten hier gemeint sind.

Der leicht verspielte Stiltyp

Frauen mit Sinn für romantische Looks, für Kleidung mit historischen Anklängen, für den 50er-Jahre- oder Rockabilly-Look oder mit einem Faible für Trachten sowie für Themenwelten, die „Robin Hood“ genannt werden, kommen hier auf ihre Kosten.

Der opulente Stiltyp

Dieser Typus kann sowohl archaisch, als auch luxuriös, majestätisch-pompös oder im Herzen ein Hippie-Girl sein.

Der unbändige Stiltyp

Im stilistischen Bereich, der von Rebellion geprägt wird, versammeln sich der Jeans-Typ (einschließlich Western-Typ), der rockige Typ und der provokante Typ. Bei letzterem gibt es wiederum Untertypen, wie Gruftie, Heavy Metal oder auch Burlesque.

Und wem das noch nicht genug ist, der kann sich zudem noch überlegen, welche Überthemen im Stil relevant sind. Laut Autorin überstrahlen diese wie eine Aura den gesamten Typ. Eine solche Aura kann entweder still, brillant oder witzig sein.

Na, haben Sie sich schon erkannt? Ich selbst konnte meine Stil-Rezeptur recht schnell aus zwei Haupt- und vier Nebentypen zusammenstellen. Sie dürfen auch gerne raten, welche das sind…

Fazit: Wie sieht Ihre Übersetzung „Frau-Modestil“ aus?

Sicherlich werden Sie die Informationen über Farben, Proportionen und weitere Inhalte von „Mein schönstes Ich“ auch in den meisten anderen Stil-Ratgebern und hier auf dem Blog der Modeflüsterin so oder so ähnlich finden. Schließlich lassen sich diese modischen Basisinformationen nicht ständig neu erfinden.

Oder wäre vielleicht der puristische Stil genau richtig für Sie?

Oder wäre vielleicht der puristische Stil genau richtig für Sie?

Das besondere dieses Buches ist aber das vierte Kapitel. Dieses ist nicht weniger als der Versuch einer Übersetzung von Körper- und Wesensmerkmalen einer Frau in Modestile. Dabei ließe sich über die Einteilung, Benennung und Zuordnung der verschiedenen Stilwelten sicherlich trefflich diskutieren. Jedoch ist die Schlüssigkeit der vorgestellten Systematik in diesem Zusammenhang gar nicht wichtig.

Entscheidend ist, dass das Buch der stilsuchenden Leserin einen Fundus an Stilen, Begriffen und Beschreibungen an die Hand gibt, um Mode zu „sprechen“. Es bietet eine Art Wortschatz, der Frau dazu in die Lage versetzt, mit ihrer eigenen Grammatik sinnvolle Stil-Sätze zu bilden. Diese Aufgabe erfüllt es sehr gut. In seiner Ausführlichkeit hat es Seltenheitswert und lohnt daher die Anschaffung auf jeden Fall.

Müsste ich ein Vokabular für Mode-Stile erfinden, es käme der Darstellung der Stilwelten in „Mein schönstes Ich“ sehr nahe. Wenn Sie also in Sachen Stil noch nach einer adäquaten Übersetzung Ihrer Persönlichkeit suchen, geht mein Daumen für den Kauf des Buchs von Veronika Wimmer eindeutig nach oben.

Kennen Sie das Buch schon? Dann lassen Sie mich auf jeden Fall in den Kommentaren wissen, was Sie daraus für Ihre Stilsuche mitgenommen haben! Und falls Sie sich das Buch kaufen wollen: Der folgende Affiliate-Link führt Sie direkt zu Amazon und verschafft mir eine Mini-Vergütung für Ihren Kauf. Danke dafür!

 

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