8 Tipps für altersgerechte Kleidung: Wieviel Haut dürfen Sie zeigen?

8 Tipps für altersgerechte Kleidung für Frauen 50 plus

Sie wird in Fashion-Kreisen immer wieder heiß diskutiert: die Frage danach, welche modischen Ausschweifungen in welchem Alter noch angemessen sind. Gerade der Sommer sorgt für Kopfzerbrechen über altersgerechte Kleidung. Gehören Sie auch zu den Frauen, die mit ärmellosem Top oder kurzem Rock vor dem Spiegel stehen und sich unsicher sind: Kann ich das noch tragen?

Dahinter lauert die Angst vieler reiferer Frauen über 50 oder 60 Jahren, sich durch zu viele modische Anleihen in der Jugendabteilung lächerlich zu machen. Oder – im Gegenteil – sich im reiferen Alter in die Unsichtbarkeitsfalle zu manövrieren.

Damit Sie nicht ungewollt zum Modeopfer werden, habe ich mir Gedanken gemacht, welche Ratschläge ich Ihnen für altersgerechte Kleidung an die Hand geben kann. Dabei ist mir sehr wohl bewusst, dass jede Frau in diesem Bereich ihre eigenen Regeln festlegt – und immer einmal wieder überprüfen sollte. Denn letztendlich sieht altersgerechte Kleidung bei jeder Frau anders aus.

Im ersten Teil dieser Blogserie habe ich Ihnen vier Tipps präsentiert, wie Sie als reifere Frau zeitlose Basics und aktuelle Trends sinnvoll in Ihre Garderobe einbinden. Heute habe ich für Sie weitere vier Tipps zum Thema Farbe, Stilbrüche und nackte Haut parat. Ich hoffe, es sind die richtigen Überlegungen für Sie dabei!

Und: Am Ende des Beitrags können Sie noch anhören, was ich dem Hessischen Rundfunk zum Thema verraten habe!

Die Blogserie „Altersgerechte Kleidung“ umfasst zwei Teile:

Ein paar Überlegungen über altersgerechte Kleidung können nicht schaden.

Im ersten Teil dieser Blogserie habe ich Ihnen bereits dargelegt, dass ich eigentlich keine starren Regelwerke mag, die nach dem Motto operieren: „Das geht auf keinen Fall mehr.“ Denn was eine Frau in welchem Alter noch tragen kann oder nicht, hängt maßgeblich von Stil, Figur und Lebensumständen ab. Und selbst wenn Sie sich für Ihr eigenes Leben Ihre Regeln parat gelegt haben, können Sie immer noch von Fall zu Fall entscheiden, ob sie diese einhalten oder lieber brechen möchten. Guter Stil lebt genau von eben dieser ganz persönlichen Freiheit.

Dennoch gibt es ein paar grundsätzliche Gedanken zu altersgerechter Kleidung, die nicht schaden können. Beispielsweise wie viele zeitlose Basics und welches Maß an Trends Ihr derzeitiges Mode-Alter gut verträgt (siehe Tipp 1 bis 4 dieser Serie im ersten Teil). Und dann gibt es noch diese vier weiteren Tipps, wie Sie etwas mehr jugendliche Frische in Ihren Look bringen, ohne Ihrer Teenager-Tochter – oder der Tochter Ihrer Freundin – die Show zu stehlen:

5. Greifen Sie zu Farben, die Ihnen stehen und sich modern kombinieren lassen!

Meine Blogger-Kollegin Cla zeigt hier ihre nackten Arme, verzichtet dafür auf Dekolleté und auch die Beine bleiben bis zu den Knöcheln bedeckt. Sehr modern: Der Stilbruch aus romantischer Spitzen-Bluse und sportlichen Slip-ons sowie die Tasche in Knallfarbe.

Meine Blogger-Kollegin Cla zeigt hier ihre nackten Arme, verzichtet dafür auf Dekolleté und auch die Beine bleiben bis zu den Knöcheln bedeckt. Sehr modern: Der Stilbruch aus romantischer Spitzen-Bluse und sportlichen Slip-ons sowie die Tasche in Knallfarbe.

Was für Silhouetten gilt, gilt auch für Farben. Die ästhetischen Vorlieben ändern sich. Ein grundsätzlicher Tipp: Je älter Sie werden, desto wichtiger wird es, dass Sie in Gesichtsnähe die für Sie optimalen Farben tragen. Dadurch vermeiden Sie Schatten im Gesicht, einen fahlen Teint und zaubern jugendliche Sofort-Frische ins Gesicht.

Darüber hinaus sind nicht nur Farben, sondern auch Farb-Kombinationen dem Trend unterworfen. Alte Regeln sind hier oft überholt. Was zusammenpasst, wird kontinuierlich modisch neu interpretiert. Bespiele dafür sind:

  • Marineblau und Schwarz dürfen zusammen getragen werden. Das lockert die Dunkelheit auf und schafft Vielschichtigkeit und Interesse im Look.
  • Beige und Grau sind Farben, die zusammen höchst elegant wirken – mit den richtigen Schnitten und qualitativ hochwertigen Kleidungsstücken.
  • Analoge Farbkonzepte sind schon lange kein No-Go mehr. Das bedeutet, dass Farben, die auf dem Farbenkreis nebeneinander liegen, auch zusammen getragen werden: Lila mit Blau, Lila mit Rot, Rot mit Orange, Orange mit Pink und so weiter.
  • Wenn eine Frau ihre Schuhe, Gürtel und Handtasche im gleichen Farbton trägt, galt sie ehemals als besonders geschmackvoll. Modern wirkt es heute, wenn ein Accessoire, ein Schuh oder eine Tasche in einer anderen- vielleicht sogar knalligen – Akzentfarbe oder mit einem Muster in den Look integriert wird.
  • Verschiedene Muster werden heute ebenfalls recht wild gemixt. Blümchen und Karo, Leo und Streifen und vieles Mehr liegt durchaus im Bereich des modisch Möglichen.

Sie sehen: Es gibt eine Vielzahl an Farb- und Musterkombinationen, die ehemals zu den stilistischen No-Gos gehörten, jetzt aber zeigen, dass man modisch auf der Höhe ist. Beobachten Sie solche Entwicklungen sehr genau! Das ist Ihre Chance, auch in fortgeschrittenem Alter modisch „Kante zu zeigen“!

6. Die Sache mit den Stilbrüchen: Lernen Sie sie!

Eine der wichtigsten Stilregeln der Jetzt-Zeit ist wohl die, dass Sie keinen einzigen Stil durchgehend tragen sollten. Die angesagte Mode ist voller Stilbrüche. Aber diese wollen mit Bedacht und gekonnt eingesetzt werden.

Mein Tipp: Wenn Sie die Kunst des Stilbruchs beherrschen, werden Sie bis ins hohe Alter frisch und jugendlich wirken.

Und welch Wunder: Auch hierbei helfen Ihnen Ihre klassischen Basics. Denn in einem Look, der fast ausschließlich aus diesen besteht, können Sie Ihren persönlichen Stilbruch ganz leicht einfügen. An der Stelle, die für Sie figürlich günstig ist.

  • Sie tragen einen klassischen Zweiteiler mit Blazer, Top und Hose? Dann addieren Sie doch einfach mal Edel-Sneakers und eine lässige Messenger-Bag dazu.
  • Sie mögen klassische Rollkragenpullover, Long-Cardigans und Slipper? Dann probieren Sie zur Abwechslung mal eine ausgewaschene, fetzige Jeans dazu.
  • Sie sind der Etuikleid-Typ? Dann experimentieren Sie mit einer Lederjacke im Biker-Stil oder wählen Sie Sandalen und eine Clutch mit Fransen-Details als Ergänzung.

Jede Frau hat ihre ganz eigene Art, Stilbrüche für sich anzuwenden. Finden Sie die Methode heraus, die bei Ihnen am besten funktioniert!

7. Achten Sie darauf, was Sie zeigen wollen und was eher nicht!

Hier zeigt Annette von "Lady of Style", dass ein sommerlicher Büro-Look mit wohl dosiertem Dekolleté und nackten Armen möglich ist, solange zum Ausgleich der Rock die Knie bedeckt. So wirkt auch nackte Haut seriös.

Hier zeigt Annette von „Lady of Style“, dass ein sommerlicher Büro-Look mit wohl dosiertem Dekolleté und nackten Armen möglich ist, solange zum Ausgleich der Rock die Knie bedeckt. So wirkt auch nackte Haut seriös.

Jetzt kommen wir zu den besonders heiklen Punkten, die in der Fashion-Szene immer wieder für Diskussionen sorgen und für viele den Inbegriff von altersgerechter Kleidung ausmacht: Wie viel Haut darf Frau zeigen, wenn sie die 40, 50 oder 60 überschritten hat? Ich würde diese Frage gerne ein bisschen verändern:

Welche Körperpartien soll ein Betrachter von Ihnen ganz genau sehen können?

Ich denke, diese Fragestellung hilft Ihnen viel mehr, Ihre ganz eigene stilistische Richtlinie festzulegen. Denn sie beinhaltet auch Themen, wie die richtige Unterwäsche, transparente Materialien oder zu enge Kleidung.

Dabei gibt es zwei Dimensionen zu betrachten: Kontur und Beschaffenheit.

Betrachten Sie Ihre Körperkonturen einmal ganz objektiv: Wo finden sich schöne, geschwungene Linien, wo eher hügelige Speckröllchen? Achten Sie dabei besonders auf die Stellen, die mit dem Alter ihre Kontur eher verlieren: Auf die Oberarme, die hinteren Achseln, die Form des Busens, die Ausprägung von Fettpölsterchen an Bauch, Taille, Hüfte und Oberschenkeln, die Kontur Ihrer Kniezone. Wenn Sie schöne Linien erkennen, dann sind dies Ihre Schokoladenzonen, an denen Sie auch in hohem Alter figurnahe Kleidung tragen können. Gibt es Areale mit Pölsterchen oder gesenkten Konturen, dann haben Sie zwei Möglichkeiten:

  1. Sie können mit perfekter Unterwäsche arbeiten und die Pölsterchen und Konturen in Form bringen. Dabei sind alle Tricks erlaubt – vor allem auch Shapewear. Gute Unterwäsche und ein perfekt sitzender BH lassen Jahre Ihres sichtbaren Alters verschwinden!
  2. Sie können Stoffe und Schnitte verwenden, die die Pölsterchen elegant überspielen und sie etwas ausgleichen. Hier kommt die Qualität der Kleidung ins Spiel. Nichts macht Sie schneller alt, als unvorteilhafte Schnitte, schlechte Verarbeitung und Stoffe, die jedes Pölsterchen an Taille, Bauch und Co. abzeichnen! Vermeiden Sie das unbedingt! Das Gleiche gilt auch für transparente Stoffe: Glauben Sie bitte niemals, dass diese Ihre Pölsterchen verstecken! Im Gegenteil: Sie verlocken den Betrachter, genauer hinzusehen und auszumachen, was sich darunter versteckt!

Das führt uns zur Dimension „Beschaffenheit“. Eine Körperzone mit einer schönen Kontur können Sie figurnah mit Stoff bedecken und dadurch akzentuieren. Eine Körperzone mit schöner Hautbeschaffenheit können Sie zudem auch zeigen.

  • Sie haben ein tolles, für Ihr Alter schön fülliges Dekolleté? Dann spricht überhaupt nichts dagegen, dies auch bei passender Gelegenheit zu zeigen.
  • Ihre Oberarme haben schön glatte, gleichmäßige Haut? Dann sind ärmelfreie Kleider und Tops für Sie tragbar.
  • Sie haben immer noch eine recht ansehnliche Knieregion? Dann sind Rocklängen auch oberhalb des Knies für Sie gemacht.

Ist jedoch die Beschaffenheit der angesprochenen Zone nicht mehr so vorzeigbar, stehen Sie vor der Qual der Wahl: ignorieren und zeigen oder dezent bedecken und andere Vorzüge für sich sprechen lassen.

In diesem Fall haben Sie aber auch noch eine weitere Möglichkeit: Wenn die Konturen stimmen, aber leider die Beschaffenheit der Haut nicht mehr, dann können Sie in diesen Zonen wunderbar mit Transparenz arbeiten.

Zusammengefasst heißt das: Wenn die Kontur nicht mehr stimmt, bleiben Sie dort qualitativ hochwertig und kontur-unterstützend bedeckt. Wenn die Kontur stimmt, aber die Beschaffenheit der Haut nicht, greifen Sie zu Transparenz. Wenn Sie die Kontur und Beschaffenheit einer Zone positiv beurteilen, dann zeigen Sie, was Sie haben – auch nackte Tatsachen. Und dann ist es völlig egal, wie alt Sie sind.

8. Achten Sie auch bei nackter Haut auf die richtige Dosis!

Je mehr Haut Sie zeigen, desto weniger figurnah sollte der Schnitt der Kleidung sein: Meine Blogger-Kollegin Conny zeigt zwar an Armen und Beinen viel Haut, das weite A-Linien-Hängerchen und die straffen Konturen sorgen aber dafür, dass der Look auch mit über 40 Jahren für die Freizeit angemessen wirkt.

Je mehr Haut Sie zeigen, desto weniger figurnah sollte der Schnitt der Kleidung sein: Meine Blogger-Kollegin Conny zeigt zwar an Armen und Beinen viel Haut, das weite A-Linien-Hängerchen und die straffen Konturen sorgen aber dafür, dass der Look auch mit über 40 Jahren für die Freizeit angemessen wirkt.

Die gute Nachricht des letzten Tipps lautet: Dass die Haut ein bisschen weniger straff und gleichmäßig ist, bedeutet nicht, dass Sie völlig auf nackte Haut verzichten müssen. Haben Sie die Körperareale identifiziert, die Sie durchaus nackt zeigen wollen, dann stellt sich jedoch die Frage, wie viel davon Sie tatsächlich offen legen wollen. Dazu gibt es folgende Prinzipien, mit denen Sie nicht viel falsch machen können:

  • Zeigen Sie nackte Haut nur entweder am Ober- oder am Unterkörper.

Wenn Sie viel Dekolleté oder nackte Arme zeigen, bleiben die Beine bis zum Knie bedeckt. Und wenn der Rocksaum eine Handbreit oberhalb des Knies endet, dann bleiben Dekolleté und Oberarme bedeckt.

  • Auch beim Zeigen von nackter Haut kommt es auf die richtige Dosis an.

Zwischen einer knallengen Hotpants und einer weit geschnittenen Shorts mit Bundfalten, die bis eine Handbreit über dem Knie reicht, liegen im Zweifelsfall Welten – Welten des guten Geschmacks. Ein Dekolleté, das den Brustansatz zeigt, ist tief, aber von manchen Frauen auch im reiferen Alter und zum richtigen Anlass durchaus tragbar. Ein Dekolleté fast bis zum Bauchnabel überlassen Sie besser den jüngeren Artgenossinnen.

  • Vermeiden Sie die Kombination „nackte Haut plus enger Schnitt“ um jeden Preis!

Entweder Ihr Outfit ist sehr figurnah geschnitten – dann braucht es keine nackte Haut, um feminin-sexy zu sein. Oder Ihr Outfit umschmeichelt die Figur locker, dann kann es auch etwas mehr Haut offen legen.

Letztendlich kommt es auch darauf an, in welcher Lebenssituation bzw. zu welchem Anlass Sie die Kleidung tragen. Im Urlaub, am Strand, im Garten und überhaupt bei Freizeitbeschäftigungen, die nicht unbedingt gesellschaftliche Relevanz haben, liegt die Latte für altersgerecht frei gelegte Körperzonen nicht ganz so hoch. Heben Sie sich Ihre etwas zu kurzen Shorts oder das etwas zu freizügige T-Shirt-Kleid also lieber für Ihre gemütlichen Garten- oder Terrassen-Tage auf.

Mein Fazit zu altersgerechter Kleidung über 50: Je älter Sie werden, desto wichtiger ist es, dass Sie genau wissen, was Ihnen steht!

Alle oben erwähnten Gedankenanstöße führen letztendlich immer wieder zu einer Tatsache zurück: Je genauer Sie Ihren Stil, Ihren Farbtyp und Ihren Körper kennen, desto leichter wird es Ihnen fallen, sich in jedem Alter zeitgemäß und modern zu kleiden. Genau die Farben zu tragen, die Ihnen stehen, sich für die Schnitte und Stoffe zu entscheiden, die Ihrem Köper gut tun und sich nur solchen Trends zuzuwenden, die zu Ihrem persönlichen Stil passen, sind die halbe Miete, immer eine jugendliche Frische auszustrahlen.

Der Rest ist ein Gefühl für das richtige Maß der Dinge: Das richtige Maß an Trend-Teilen, an modernen Silhouetten, an ungewöhnlichen Farb- oder Muster-Mixen, an Stilbrüchen, an figurnaher, transparenter oder nackter Inszenierung Ihres Körpers. In dieser Hinsicht kann ich Ihnen nur raten: Hören Sie niemals auf, sich in diesen Bereichen zu informieren und immer einmal wieder zu experimentieren, was für Sie funktioniert! Dabei kann ich Ihnen leider nicht helfen. Das müssen Sie ganz für sich selbst herausfinden. Denn das modische Maß aller Dinge sind Sie.

Was macht jung, was eher alt? Ein Radio-Interview mit HR1.

Wenn Sie hören wollen, was ich dem Hessischen Rundfunk zum Thema verraten habe, dann können Sie sich hier das Interview mit Susanne Schwarzenberger vom HR1 anhören:

Teil 1:

Teil 2:


Ich bin wie immer gespannt auf Ihre Meinungen und Erfahrungen zum Thema!

Und wenn Sie noch Lust haben: Auch im ersten Teil über Mode für Frauen über 50 gibt es viele Tipps, die Ihnen die Navigation zwischen den Mode-Fettnäpfchen in reiferem Alter erleichtern. Hier finden Sie die weiteren Tipps: Teil 1: Über die richtige Mischung von zeitlosen Basics und Trends. Viel Spaß!

Dieser Inhalt sowie die Kommentare stehen exklusiv den Mitgliedern des Modeflüsterin-Clubs Premium zur Verfügung. Bitte melden Sie sich an, um weiterzulesen.

 

Sie sind noch kein Mitglied im Modeflüsterin-Club Premium? Dann klicken Sie hier:

Kategorie Mein Stil

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin teile ich meine Gedanken und Fashion-Tipps mit gleichgesinnten starken Frauen, die ohne Modelmaße, aber mit viel Persönlichkeit durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).