Fashion-Trend oder Glaskugel: Welche Kleidungsstücke sind wirklich begehrt?

Modetrends vorhersagen - geht das?

Lassen sich Modetrends vorhersagen? Mode-Trends vorauszusehen, ist immer ein Spiel mit dem Risiko. Dennoch passiert nach jeder Fashionweek genau das: Die Modeexperten – darunter Modemagazine, Blogs und große Modehäuser – interpretieren die Kreationen vom Laufsteg, um die kommenden Mode-Trends herauszufiltern. Das heißt aber noch lange nicht, dass die ausgerufenen Trend-Kleidungsstücke auch tatsächlich vom Konsumenten nachgefragt werden. Es gibt aber eine recht gute Methode, Modetrends vorherzusagen – mit recht hoher Trefferwahrscheinlichkeit…

Denn manchmal kommt es ganz anders, als es die Fashion-Insider vorhergesagt haben. Die heißesten, vorhergesagten Trends bleiben aus. Oder Kleidungsstücke werden plötzlich zum Mode-Trend und keiner weiß warum – bis auf ein kleines Team bei Google.

Dort werden nämlich regelmäßig die Suchanfragen zu bestimmten Themen ausgewertet. Gerade hat Google wieder eine Such-Auswertung zum Thema Mode veröffentlicht. Wollen Sie wissen, welcher Fashion-Trend wirklich kommt? Und was dann auch länger bleibt?

Da ich solche Leserinnen-Fragen sehr häufig erhalte, habe ich mir die Google-Studie einmal näher angesehen…

Die Online-Suche der Konsumenten ist das wahre Trend-Barometer

Nach welchen Kleidungsstücken die Konsumenten online suchen, verrät viel mehr, als so mancher Trend-Scout herausfinden kann. Das Unternehmen Google macht daraus regelmäßig Trendreports. Einen solchen gibt es auch für Fashion für das Jahr 2016 – allerdings nur für den englischsprachigen Raum, also für die USA und Großbritannien. Dennoch kann ich Ihnen verraten: Die Ergebnisse sind äußerst vielsagend und spannend. Ich denke, dass sich Vieles davon auch auf den deutschen Markt übertragen lässt – zumal sich Mode-Trends zunehmend international entwickeln.

Vielleicht gehören Sie ja auch zu den Leserinnen, die sich gerne ein hochwertiges Kleidungsstück zulegen wollen und etwas verunsichert sind, ob sich die Investition in ein bestimmtes, angesagtes Teil wirklich lohnt. Ich erhalte auf jeden Fall sehr viele Leserinnen-Anfragen in diese Richtung. Und gerne hätte ich eine Art Glaskugel, um diese Fragen kompetent zu beantworten. Ich finde, die Studie von Google kommt schon sehr nahe an eine Glaskugel heran…

Trends können langsam, schnell oder saisonal stärker werden – oder verschwinden.

Grundsätzlich gibt es verschiedene, ansteigende Such-Verläufe, die Google ausfindig macht und die auf unterschiedliche Begehrlichkeiten hindeuten:

  • Kleidungsstücke, deren Suchvolumen kontinuierlich wächst: Das sind die Trends, die das Potential zum zeitlosen Klassiker haben, von denen ich hier so gerne schreibe. Hier loht sich eine Investition – vorausgesetzt natürlich der Trend passt zu Ihrem Stil.
  • Kleidungsstücke, nach denen Saison für Saison immer häufiger gesucht wird: Das bedeutet, dass diese Kleidungsstücke in der nächsten Saison voraussichtlich eine noch stärkere Bedeutung erlangen werden. Mein Tipp: Kaufen Sie diese Kleidungsstücke am besten im Schlussverkauf, wenn die Saison eigentlich schon zu Ende ist – aber dann in bester Qualität.
  • Kleidungsstücke, die ganz plötzlich stark in der Suche ansteigen: Das sind die großen Mode-Trends, die Google als „Rising Star“ bezeichnet. Diese gewinnen plötzlich und sehr schnell an Bedeutung. Aber Vorsicht: Sie können auch schnell wieder von der Modelandschaft verschwinden. Wenn Sie ein solches Teil kaufen wollen, dann suchen Sie nach einem guten Preis-Leistungsverhältnis – das notfalls auch in nur einer Saison überzeugt. So sind Sie auf der sicheren Seite.

Mode-Trend „Military Chic“: Bomber-Jacken, Biker-Jeans und Jeans mit Rissen

Ein großer Mode-Trend scheint sich im Bereich „Military Chic“ breit zu machen. Insbesondere die Nachfrage nach den so genannten Bomber-Jacken oder sportlichen Blousons ist groß. Zudem sind alle Jacken mit Camouflage-Muster begehrt.

Die Suchanfragen zur Bomber-Jacke sind bei Männern wie Frauen hoch. Es handelt sich hier also um eine Art Unisex-Rangliste. Die Nachfrage ist dabei, sich von Saison zu Saison zu verstärken – Ende nicht in Sicht.

„Heute kleiden sich Frauen nicht mehr für Männer, sondern immer mehr wie Männer“, sagt dazu Torrence Boone vom Blog „Think with Google„. Kein Wunder, denn eine kleine Prise Biker- oder Military-Chic haben schon so manches Outfit cooler werden lassen – „edgy“ nennen das die englischsprachigen Modekenner.

Eine erwähnenswerte Besonderheit dabei sind die Farben, Muster und Stoffe, die im Zusammenhang mit Bomber-Jacken oder Blousons am meisten nachgefragt werden:

  • Neben den typischen, mit militärischen Assoziationen behafteten Farben, wie Schwarz, Grün, Khaki und Oliv, erhöhte sich die Nachfrage nach Bomber-Jacken in Pink besonders stark.
  • Zu den heißesten Muster-Trends gehören nicht nur der zu erwartende Camouflage-Druck, sondern vor allem florale Dessins und zarte Stickereien.
  • Neben Leder und Wildleder sind die bei weitem gefragtesten Materialien Seide, Satin und Samt.

Was uns das sagt? Gesucht wird nach einem maskulinen Kleidungsstück, das in seiner Ausführung deutlich feminine Akzente setzt. Das Spiel mit androgyner Weiblichkeit findet also seine Fortsetzung. Und wird so schnell nicht abflauen.

Hier finden Sie eine kleine, aktuelle Auswahl von Blousons – klassische Modelle ebenso wie florale Designs und eine herbstliche Langform (Affiliate-Links):

Mode-Trend „Free-spirited“: Von „Off-Shoulder“-Varianten und Boho-Feeling

Ein zweiter eindeutiger Mode-Trend sind Kleidungsstücke, bei denen die Schultern frei gelegt werden. Ob das nun „Off-Shoulder“- oder „Cold-Shoulder“-Varianten sind (also Modelle mit völlig freien Schultern oder Modelle, bei denen die Schulterpartie nur ausgeschnitten ist), bleibt eigentlich egal. Es wird eifrig danach gesucht – ob als Shirt, Top oder Kleid.

Auch die Silhouetten und Anlässe, mit denen diese Schnittform verbunden wird, sind äußerst heterogen. Das bedeutet, dass sich vom Kleinen Schwarzen, über die Bluse, bis hin zum normalen T-Shirt ein großes Interesse um den Nackte-Schultern-Effekt rankt.

Nimmt man dazu die Erkenntnis, dass auch Boho-Kleider und Kleider im Kimono-Stil stark begehrt sind, ergibt sich daraus ein Trend, den die Experten bei Google unter dem Begriff „free-spirited“ – also „freigeistig“ – zusammengefasst haben. Weitere Ergebnisse zeigen:

  • Off-Shoulder-Kleidungsstücke werden bevorzugt in Weiß, Schwarz, Rot und Blau gesucht.
  • Vor allem gestreifte Exemplare, aber auch florale Teile und Bestickungen sind dabei Trend.
  • Robuste Jeansstoffe und zartes Chambray sind bei weitem die angesagtesten Materialien, die Schultern frei legen sollen. Gefolgt von Samt, Baumwolle, Strick- und Pailetten-Stoffen.

Aber Vorsicht: Bei den Off-Shoulder-Kleidungsstücken handelt es sich um einen vorhin erwähnten „Rising Star“, also um einen schnell steigenden Stern, der sich auch als Sternschnuppe entpuppen könnte. Folglich sind hier größere Investitionen eher ein risikoreiches Unterfangen!

Diese interessanten Teile habe ich für Sie gefunden – für die Übergangszeit oder für nächsten Sommer (Affiliate-Links):

„Ready-to-go“ – Anziehen und fertig lautet die Devise bei Jumpsuits & Co.

So einfach war Anziehen noch nie: Man greife zu einem Overall, Jumpsuit oder Romper – wie die Teile in den unterschiedlichen Ländern genannt werden -, addiere Schuhe und Schmuck und ist bereit, die Welt zu erobern. So oder so ähnlich sind wohl die Daten zu verstehen, wenn sich Overalls von Saison zu Saison höher in den Mode-Olymp kämpfen.

Dabei sind der Fantasie und den Anlässen keine Grenzen gesetzt: Ob sexy oder verspielt, ob zur Freizeit oder zum festlichen Event – ein Jumpsuit verwandelt jede Frau sofort in eine Fashionista. Und das sogar in jedem Alter, wenn man den Google-Experten glauben darf. Rein praktische Überlegungen, wie der Gang ins Badezimmer, sind da wohl zweitrangig.

  • Wenn der Overall so multifunktional sein soll wie möglich, überrascht es wenig, wenn die neutralen Farben am begehrtesten sind. Neben „Dauerbrennern“, wie Schwarz, Weiß und Khaki oder Oliv, haben Grau und Nude die höchsten Steigerungsraten.
  • Was aber durchaus Potential zum Nachdenken bietet, ist eines der am meisten gesuchten Muster für Jumpsuits: Es sind Streifen und Nadelstreifen. Kündigt sich da in etwa ein nächster Trend für Businessmode an?
  • Bei den Materialien sind es hingegen Samt, Seide, Satin und Pailletten-Stoffe, die den (Such-)Ton angeben. Und das wiederum spricht dafür, dass wir Jumpsuits immer öfter in der Abend- und Hochzeitsgarderobe sehen werden.
  • Sehr überraschend: Vor allem Jumpsuits im Schnitt einer Culotte sind begehrt. Dann werden wir wohl bald von so genanten „Hosen-Kleidern“ sprechen müssen…

Bei so viel Ganzkörper-Designliebe ist es nicht verwunderlich, dass ganz nebenbei auch die so genannten „Co ords“ – also Kombinationen aus Top und Hose oder Top und Rock aus dem gleichen Material – stark gesucht werden. Vielleicht besinnen sich ja doch ganz viele Frauen darauf, dass es neben den modischen Gesichtspunkten eines Jumpsuits auch noch praktische Überlegungen gibt…

Die Kleidungsstücke mit der größten Nachfrage-Steigerung

Und hier sind sie noch einmal – die Kleidungsstücke mit der höchsten Steigerungsrate in der Such-Nachfrage:

  • Biker-Jeans
  • Schwarze Jeans mit Rissen
  • Sweatshirt
  • Jumpsuit in Culotte-Länge
  • Jumpsuit
  • Sweatshirt-Kleid
  • Hemdblusenkleid
  • Blazerkleid
  • Schwarzes Kleid
  • Weißes Kleid
  • Bardot Dress (schulterfreies Kleid)
  • Boho-Kleid
  • Bomber-Jacke
  • Jacke mit Camouflage-Print
  • Wasserfeste Jacke

Und übrigens: Der Blazer bleibt nach wie vor mit einem Index von 100 die absolute Mode-Konstante…

Ich hoffe, dass Sie dieser kleine Ausflug in die Mode-Datenanalyse genauso fasziniert hat wie mich. Ich finde die Erkenntnisse wirklich äußerst interessant. Nicht zuletzt, da ich Ihnen erst im Frühjahr dieses Jahres einige der Kleidungsstücke als Trend-Teile ans Herz gelegt hatte: die feminin ausgeführte Bomberjacke, den Jumpsuit und das Off-Shoulder-Top. Ferner hat mich mein Näschen beim Military Trend und beim Streifen-Revival nicht im Stich gelassen. Für meine eigene, kleine Glaskugel gar nicht so schlecht oder?

Dazu wette ich, dass Sie beim Lesen schon die erste Entscheidung getroffen haben, was Sie jetzt noch unbedingt brauchen und was auf keinen Fall mehr in Ihren Kleiderschrank kommt. Lassen Sie es mich wissen?

Dieser Inhalt sowie die Kommentare stehen exklusiv den Mitgliedern des Modeflüsterin-Clubs Premium zur Verfügung. Bitte melden Sie sich an, um weiterzulesen.

 

Sie sind noch kein Mitglied im Modeflüsterin-Club Premium? Dann klicken Sie hier: