Outfit-Analyse: Die kleine O-Figur im romantischen Rocker-Chic

Outfit für die kleine O-Figur im romantischen Rocker-Chic

…und ein wahnsinnig raffinierter Fashion-Trick, den Sie kennen sollten.

Neulich kam ich nichtsahnend zu einem Geschäftstermin. Und dann sah ich Monika und war sofort begeistert von Ihrem Look. Denn als kleine O-Frau trug Monika einen romantischen Rocker-Chic, der absolut überzeugt. Das Outfit nutzt gleich mehrere Fashion-Tricks, die eine kleine O-Figur nicht nur größer, sondern auch schlanker wirken lassen. Und das sogar mit flachen Schuhen! Ganz zu schweigen von dem wunderbaren Stilbruch im Look… Wer hätte gedacht, dass ein rockiger Stil gleichzeitig so feminin und romantisch sein kann?

Sie ahnen es schon: Natürlich muss ich Ihnen dieses Outfit heute vorstellen. Und da sich Moni spontan als Model zur Verfügung gestellt hat, gibt es heute mal wieder eine Outfit-Analyse. Diese hat es wirklich in sich: Im Outfit ist nämlich ein raffinierter Wow-Effekt integriert, den Sie sich auch zunutze machen können – egal, welcher Figurtyp Sie sind.

Ein Kleid, eine Biker-Jacke und Schnallen-Stiefel – und fertig ist das „Ich-mache-alles-mit“-Outfit

Moni ist eine rationale Kreative. Ja, das gibt es.

Sie arbeitet akribisch und leidenschaftlich mit Zahlen und hat ein Faible für Schmuck aus natürlichen Materialien, den sie auch selbst herstellt. Dabei steht sie als Mutter, berufstätige Frau und Partnerin mit ihren über 50 Jahren mitten im Leben, ist quirlig und fröhlich. Neben dem Job wird eingekauft, gekocht, die Familie rundum versorgt – und natürlich kommen auch die Freizeitaktivitäten nicht zu kurz. Ins Büro kommt Moni zu Fuß und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Sie sehen: Bei einer so aktiven Frau muss ein Outfit alles mitmachen. Es muss praktisch sein, Moni muss sich darin gut bewegen können und dennoch sollte die feminine, kreative, fröhliche Ader ihrer Persönlichkeit nicht zu kurz kommen.

Moni löst das exzellent mit dem folgenden Look:

  • Das schlichte Shiftkleid mit weitem Rundhalsausschnitt und floralem Muster in unterschiedlichen Grau-Nuancen kombiniert sie mit einer
  • Biker-Jacke mit Einsätzen in einer Art schwarz-grauem Punkte-Muster,
  • einer blickdichten, schwarzen Strumpfhose und
  • schwarzen, flachen, kniehohen Stiefeln mit seitlicher Metallschnalle. Dazu kommen noch
  • eine lange Silberkette aus größeren, unregelmäßig oval geformten Kettengliedern,
  • eine fast schwarze, oben kantige, unten abgerundete Brille und
  • grauer Nagellack.
Das Outfit von Moni besteht aus einem Kleid mit floralem Muster, einer Bikerjacke sowie blickdichten Strumpfhosen und kniehohen Biker-Stiefeln. Dazu trägt Monika eine dunkle, strenge Brille, eine kreative, lange Gliederkette und grauen Nagellack.

Das Outfit von Moni besteht aus einem Kleid mit floralem Muster, einer Bikerjacke sowie blickdichten Strumpfhosen und kniehohen Biker-Stiefeln. Dazu trägt Monika eine dunkle, strenge Brille, eine kreative, lange Gliederkette und grauen Nagellack.

Warum das Outfit figürlich für eine kleine O-Figur so gut funktioniert

Die wesentlichen Aufgaben, um die Proportionen einer O-Figur optimal auszugleichen, bestehen darin…

  • … die Körpermitte vertikal zu strecken,
  • … eine äußere Taillenkontur zu schaffen,
  • … den Blickpunkt entweder auf den Brust-Dekolleté-Bereich, auf die äußere Körper-Silhouette oder auf die Beine zu lenken – Hauptsache weg vom Bauch,
  • … die Schulterlinie prägnant herauszuarbeiten, um die Körpermitte darunter schlanker erscheinen zu lassen und
  • … schöne Hände und Handgelenke in Szene zu setzen.

Dazu kommen noch Anforderungen, die speziell für kleine Frauen wesentlich sind, um größer zu wirken und die Silhouette insgesamt zu strecken.

Das Outfit von Moni hat gleich mehrere Details, die für die kleine O-Frau ideal sind:

Die Bikerjacke macht eine schöne Taille, streckt die Mitte, formt die Schultern und hat die richtige Länge.

Die Bikerjacke wird offen getragen, was eine schmale, vertikale Zone in der Körpermitte entstehen lässt. Dazu kommen noch weitere vertikale Linien am Oberkörper: der silber-metallische Reißverschluss der Jacke sowie die raffinierten gemusterten seitlichen Stoffeinsätze. Nicht zu vergessen das tiefe V, das durch die lange Gliederkette geformt wird und ebenfalls auf den Oberkörper streckend wirkt.

Die äußere Taillen-Kontur wird ebenfalls von der taillierten Biker-Jacke stabil geformt. Dazu kommen zwei horizontale Reißveschlusstaschen in Taillenhöhe, die dort ganz sachte eine Taille andeuten – ohne jedoch eine horizontale durchgezogene Linie zu formen.

Ebenfalls ein schönes Detail der Bikerjacke: Die Schultern werden durch so eine Jacke schön prägnant und kantig geformt. Das bildet einen guten Kontrast zur runden Mitte der o-Figur.

Dass die Bikerjacke auch noch kürzer ist und nur bis ungefähr zu den Beckenknochen reicht, kommt wiederum der Körpergröße von Moni zugute. Denn kleine Frauen sollten zu kürzeren Jacken greifen, wenn sie größer wirken möchten.

Das Kleid fällt optimal, hat genau das richtige Volumen und eine optimale Länge.

Das Kleid ist ein locker fallendes, leicht tailliertes Shiftkleid. Dieses umfließt überall dort locker den Körper, wo sich die kleinen Pölsterchen in der Körpermitte verstecken. Wunderbar!

Die Saumlänge des Kleides umspielt die Knie. Das ist eine für alle Frauen vorteilhafte Saumlänge. Und gerade für eine kleine Frau sollte das Kleid keinesfalls länger sein!

Auch bleibt das Kleid insgesamt recht körpernah und nimmt nirgendwo übermäßig viel Weite auf. Auch das ist für eine kleine Frau – aber auch für die O-Figur – ein wahrer Segen.

Die Stiefel sind robust und gleichen proportional aus.

Vorteilhaft ist, dass die robusten Stiefel ein etwas größeres optisches Gewicht an die Beine bringen. Denn neben einer starken Schulter ist es auch die etwas gewichtigere Fußzone, die eine kräftige Körpermitte insgesamt schlanker erscheinen lässt.

Sie sehen, mit dem Outfit macht Moni einfach alles richtig, was eine kleine O-Frau für Ihre Figur tun kann.

Warum das Outfit farblich funktioniert

Aber die figürliche Optimierung ist bei weitem nicht alles, was den Look für eine kleine O-Figur so vorteilhaft macht. Dazu kommen noch einige Effekte, die durch Farbe, Muster und Textur des Looks hervorgerufen werden:

  • Das Outfit ist monochromatisch und besteht aus Abstufungen von Grau und Schwarz. Auch wenn es hellere und dunklere Zonen gibt, so verschmilzt das Outfit farblich zu einer Farbsäule. Und das akzentuiert die Länge der Statur.
  • Besonders stark ist die Farbsäule an den Beinen ausgeprägt. Die kniehohen Stiefel im Bikerlook sind schwarz und matt und verbinden sich fast übergangslos mit der schwarzen Strumpfhose. So werden die Beine auch ohne Absatz optisch so lang wie möglich inszeniert.

Dass der monochromatische Look langweilig wirken könnte, wird hier gleich zweifach vermieden:

  • Im Kleid und in der Bikerjacke finden sich zwei unterschiedliche Muster wieder. Wir haben es hier also mit einem Muster-Mix zu tun. Blumen und Punkte bringen ganz dezent mehr Spannung ins Outfit.
  • Die Oberflächen-Texturen sind recht kontrastreich: Zum glatten, leicht glänzenden, aber schweren schwarzen Leder an Jacke und Schuhen kommt der matte, feste Stoffeinsatz mit Punktemuster und ein leichter, feiner, fast seidig anmutender Stoff des Kleides mit Blütenprint. Dazu – nicht zu vergessen – addiert die Strumpfhose noch etwas feinen Strick-Charme. Das nenne ich einen komplexen Oberflächen-Struktur-Mix!

Dazu kommen drei Farbklammern:

  • Das Schwarz der Beine verbindet sich mit dem Schwarz der Bikerjacke – umso stärker, da auch noch die Materialien gleich sind: schwarzes Glattleder. Dazu kommt die weitere Farbklammer mit der schwarzen Brille, die den Kopf in den Look einbindet. (Übrigens ist der schwarze Kajal um die Augen von Moni – leider im Bild nicht zu sehen – ebenfalls eine schöne farbliche Ergänzung zum Look!)
  • Der silber-metallische Glanz von Stiefel-Schnallen, Reißverschluss-Details der Biker-Jacke und Gliederkette verschmelzen diese Körperareale harmonisch.
  • Der graue Nagellack greift eine Grau-Nuance aus dem Blütenprint des Kleides sowie das Grau aus dem Punktemuster der Jacke noch einmal auf und setzt gleichzeitig einen kleinen, aber feinen Akzent auf die schönen Hände der O-Figur.

Sie sehen: Auch wenn das Outfit auf den ersten Blick schlicht Ton-in-Ton wirkt – samt der figürlichen Vorteile, die so ein monochromer Look mit sich bringt -, besitzt es viele raffiniere Elemente. Diese machen den Look harmonisch und dennoch interessant und teilweise sogar spannungsreich. Also alles andere als langweilig!

Stilbruch, Muster-Mix und raffinierte Farb-Effekte sorgen dafür, dass Monikas kleine O-Figur größer und schlanker wirkt.

Stilbruch, Muster-Mix und raffinierte Farb-Effekte sorgen dafür, dass Monikas kleine O-Figur größer und schlanker wirkt.

Warum das Outfit stilistisch funktioniert

Wenn Sie meine kurze Beschreibung von Monis Leben und Leidenschaften weiter oben aufmerksam gelesen haben und nun die einzelnen Komponenten des Looks kennen, werden Sie wahrscheinlich schon ahnen, dass die Stil-Elemente des Looks hundertprozentig zu Monis Stil-Persönlichkeit passen.

  • Bikerjacke und Stiefel haben den typischen Rocker-Chic-Charakter. Sie passen zu einer aktiven Macherfrau, die sich durchsetzen kann und ihren Weg geht. Der Rocker-Style ist der dominante Stil des Outfits. Dieser wird durch den gruftig-coolen Effekt des grauen Nagellacks zusätzlich unterstützt.
  • Die Strenge des dunklen Brillengestells trägt ihr übriges dazu bei, dass die rationale Seite von Moni zum Vorschein kommt.
  • Das Punkte-Muster in der Bikerjacke bricht jedoch den Stil und nimmt ihm die trotzige Strenge. „Ist ja gar nicht so ernst gemeint“, scheinen die Punkte zu sagen und lockern die Atmosphäre beträchtlich auf.
  • Dass Moni auch ganz locker-kreativ sein kann, verrät die auffällige, lange Gliederkette mit ihren unregelmäßig geformten Gliedern.
  • Und dass Moni eine sehr, sehr weiblich-sanfte Seite hat, zeigt spätestens der florale Print auf dem Kleid. So viel Blumenmuster am Körper muss Frau stilistisch erst mal verkraften können. Da das florale Muster jedoch in Grau-Nuancen bleibt, dämpft dies den Ausschlag auf der Weibchen-Skala. So wird auch feminine Flower-Power bürotauglich.

Der Clou des Outfits, den Sie auf eigene Looks übertragen können

So, und nachdem Sie bis hierher durchgehalten haben, verrate ich Ihnen auch den Clou des Outfits, den Sie für Ihre eigenen Looks adaptieren können:

Interessant, spannend und figürlich top ist vor allem die Degradé-Optik des Kleides am Saum. Dass das Kleid vom floralen Muster allmählich zum Saum hin in einfarbiges, dunkler werdendes Grau verläuft, ist der geheime Hit des Outfits. Und das hat gleich drei Vorteile, die Sie nutzen können:

Das Kontrast-Level des Outfits wird gedämpft.

Die Degradé-Zone sorgt für die ideale Verbindung zwischen den dunkelsten, schwarzen Zonen des Outfits und den ganz hellen Bereichen des Blütenmusters – ohne dabei eine starre horizontale Übergangslinie zu ziehen, die verkürzend wirkt. Die Grauzone bildet damit den nötigen farblichen Zwischenschritt, um den großen Kontrast zwischen den schwarzen und hellgrauen Farbflächen zu überbrücken. Sodass insgesamt der Eindruck eines mittleren Kontrast-Levels vermittelt wird.

Psst: So können auch Frauen, die von ihrer natürlichen Pigmentierung her kontrastärmer sind, den Schwarz-Weiß-Look oder andere starke Kontraste tragen!

Es entsteht ein Farbübergang, der nicht so stark verkürzend wirkt.

Aber auch Frauen, die irgendwo im Outfit einen dezenten Farbübergang von hell zu dunkel platzieren wollen, ohne dass dieser eine prägnante horizontale Linie setzt und verkürzend wirkt, profitieren von der Degradé-Optik. Das dürfte beispielsweise alle Frauen mit kurzer Taille freuen.

Das Kleid wird optisch zum Minikleid.

Der weitere Effekt ist, dass das Kleid viel kürzer wirkt, als es tatsächlich ist. Denn wenn die Farbe der Beine mit dem unteren Rocksaum verschmilzt, sieht es optisch so aus, als würde das Kleid erst mit dem Muster weiter oben beginnen. Und somit trägt Moni optisch gesehen eigentlich ein Minikleid…

Und damit ist der Degradé-Effekt des Kleides der ultimative Gewinn für alle Frauen, die gerne kürzere Röcke tragen würden, sich aber nicht mehr trauen. Beispielsweise kleine Frauen über 50. Oder Frauen mit kräftigeren Oberschenkeln. Oder Frauen mit nicht mehr ganz so schön straffen Knien.

Sie verstehen, was ich meine?

Und damit sind wir auch schon am Ende meiner heutigen Analyse. Ich hoffe, Sie konnten wieder einige Aha-Effekte für sich mitnehmen. Über diese können Sie mir und den Leserinnen hier gerne in den Kommentaren berichten!

Bleibt mir nur noch Eines:

Liebe Moni, ich bedanke mich sehr, sehr herzlich bei Dir, dass Du mein heutiges Model warst! Dazu gehört ein bisschen Mut, sichtbar zu werden. Aber ich bin sicher, Du inspirierst damit ganz viele Frauen, die ebenfalls etwas kleiner und ein bisschen runder sind, ihren Stil auszuleben. Und damit ganz groß rauszukommen :-)

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Kategorie Outfit-Analyse

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin teile ich meine Gedanken und Fashion-Tipps mit gleichgesinnten starken Frauen, die ohne Modelmaße, aber mit viel Persönlichkeit durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).