Der große Hosen-Ratgeber für jede Figur – Teil 1: Welcher Hosenschnitt passt zu meiner Figur?

Hosenschnitte für jede Figur - Welcher Hosenschnitt für welche Figur?

Hosen auszuwählen, gehört zu den schwierigsten Aufgaben in der Mode. Inklusive Umkleidekabinen-Frust ohne Ende. Allein die Frage „Welcher Hosenschnitt passt zu meiner Figur?“ ist für viele Frauen ein Rätsel. Es müssen so viele Komponenten passen, damit Ihnen eine Hose perfekt steht! Der Schnitt sollte die Proportionen Ihrer Figur optimal gestalten. Hosen können Sie gleich um mehrere Kilos schlanker oder kräftiger wirken lassen. Sie können Ihnen lange oder kurze Beine machen. Sie können Sie größer oder kleiner wirken lassen. Und sie können einzelne Körperzonen, wie Bauch, Oberschenkel und Po akzentuieren oder geschickt überspielen. Lernen Sie hier, wie Sie Ihre ideale Hose finden.

Neben den oben genannten Kriterien sollten Farbe oder Muster der Hose zu Ihrer Basisgarderobe und zu Ihrer Figur passen. Das Material sollte sich gut anfühlen und den richtigen Fall der Hose garantieren. Und schließlich sollte Sie die Hose zu möglichst vielen Anlässen in Ihrem Leben begleiten können.

Ganz schön viele Aufgaben für ein Kleidungsstück. Keine Frage: Hosen sind wichtige Bausteine in Ihrer Garderobe!

Eine klassische Stoffhose, die perfekt zu Ihnen, Ihrem Körper und Ihrem Leben passt, begleitet Sie viele Jahre lang überall hin: ins Büro, ins Restaurant, zum Einkaufen, in Ihren Alltag, in Ihren Urlaub, auf die Party und zum eleganten Event. In einer neutralen Basisfarbe können Sie sie zusammen mit unzähligen Oberteilen und Schuhen in vielfacher Weise anders stylen.

Eine klassische Stoffhose ist damit – neben einem klassischen Rock – eines der besten Basics, das Sie in Ihre perfekte Basisgarderobe aufnehmen können.

Aber es ist ziemlich schwer, genau diese Hose zu finden.

Mein großer „Hosen-Ratgeber für jede Figur“ soll Ihnen dabei helfen, Ihre ideale Stoffhose zu kaufen. Darin finden Sie alles, was Sie wissen müssen, um eine gute, informierte Entscheidung für Ihren Hosenkauf zu treffen:

  • Welche unterschiedlichen Hosen-Schnittformen es gibt und welche Silhouetten dadurch entstehen.
  • Was diese Hosenschnitte mit Ihrer Figur anstellen bzw. welchen Figurtypen welche Hosenschnitte besser und schlechter stehen.
  • Welche weiteren Hosen-Schnittdetails sich in welcher Form auf Ihre Figur auswirken.
  • Was Sie bei der Passform Ihrer optimalen Hose beachten sollten, damit sie bequem ist und bestens sitzt.
  • Wie Stoff, Farbe und Muster der Hose Ihren Look und Ihre Figur beeinflussen.
  • Welche Oberteile zu welcher Hose passen und welche Proportionen dadurch entstehen.
  • Welche Schuhe zu welcher Hose passen.

Der große „Hosen-Ratgeber für jede Figur“ umfasst drei Teile sowie eine Checkliste:

Heute geht es los mit dem Wichtigsten: der Schnitt Ihrer Hose und welche Silhouette Sie damit formen. Denn der Hosenschnitt entscheidet maßgeblich, ob Sie in Ihrer Hose größer oder kleiner, dicker oder dünner wirken.

Die Eigenschaften eines Hosenschnitts und deren Auswirkung auf Ihre Figur

In diesem ersten Teil geht es um die ganz großen Linien Ihrer Hose: die äußere Silhouette oder welche Kontur Ihr Körper durch die Hose erhält. Diese wird hauptsächlich durch die folgenden Schnitt-Details festgelegt:

  • Die Bundhöhe, -breite und Schrittlänge
  • Die Länge des Hosenbeins
  • Die Hosenweite und das Stoffvolumen in den einzelnen Körperzonen
  • Die Silhouette des Hosenbeins

Aus diesen Details ergibt sich die Wirkung einer Hose auf Ihre Proportionen.

Bundhöhe, -breite und Leibhöhe

Der Bund Ihrer Hose kann höher über Ihre natürliche Taille hinausragen, genau mit Ihrer natürlichen Taille enden, bis ungefähr zwei Finger breit unterhalb Ihres Bauchnabels oder nur knapp bis zur Höhe Ihrer vorderen Beckenknochen reichen.

Im englischsprachigen Raum gibt es dafür den Ausdruck „rise“ (im Deutschen ungefähr zu übersetzen mit: „aufsteigen“).

Wie weit die Hose an Ihrem Oberkörper hinaufreicht, entscheidet darüber, wie lang oder kurz Ihr Oberkörper im Vergleich zu Ihren Beinen erscheint. Es geht bei diesem Schnitt-Detail also um Ihre vertikalen Proportionen. Folglich wirken sich höher oder tiefer geschnittene Hosen wie folgt auf Ihre Figur aus:

Die Hose endet höher als Ihre natürliche Taille

Ein gutes Beispiel für eine sehr hoch geschnittene Hose, die oberhalb Ihrer natürlichen Taille endet, ist die so genannte „Paperbag“-Hose (die „Papiertüten-Hose“). Diese wird einfach über die Taille hinaus verlängert und in der Taille mit einem Gürtel zusammengehalten. So ergibt sich oberhalb des Gürtels noch ein geraffter Stoffstreifen, der Ihren Oberkörper deutlich verkürzt.

Aber auch weitere Hosen mit einem angeschnittenen, taillierten Bund, mit einem breiten Doppelbund oder einem Miederbund verlängern die Hose über Ihre Taille hinauf.

Solche über-taillenhohen Hosen sind für Figuren mit sehr langem Oberkörper und kurzen Beinen ideal.

Allerdings sollten Sie auch eine schlanke Taille haben, die Sie gerne akzentuieren.

Ein Bäuchlein unterhalb der Taille verschwindet in Hosen mit erhöhtem Bund ebenso leicht wie kräftigere Oberschenkel – vor allem dann, wenn die Hose ab der Taille abwärts weiter geschnitten ist (siehe weiter unten).

Die Hose endet in Ihrer natürlichen Taille: „High Rise“

Auch wenn die Hose „nur“ ganz bis zu Ihrer Taille hinaufreicht, ist sie nach oben hin recht lange. Daher ist auch diese Hose für lange Oberkörper mit kürzeren Beinen ideal.

Zudem sind Frauen mit einem stark ausgeprägten Bauch gut beraten, wenn Sie taillenhohe Hosen tragen. Der Bauch der O-Figur wird durch die hohe Taille flach gedrückt – vor allem wenn zudem der entsprechende Stoff eingesetzt wird.

Frauen mit einer schön schmalen Taille und einer tollen Taillen-Hüft-Kurve, wie die A- und X-Frau, profitieren ebenfalls von diesem Schnitt, da er die Highlights dieser Figur unterstreicht.

Die Hose endet knapp zwei Finger unterhalb Ihres Bauchnabels: Mittlere Bundhöhe oder „Mid Rise“

Mit dieser Bundhöhe können Sie nichts falsch machen. Eine mittlere Bundhöhe steht ganz vielen Frauen und den meisten Figurtypen mit ausgeglichenen vertikalen Proportionen. Achten Sie nur drauf, dass sich oberhalb des Bundes keine Pölsterchen herausdrücken und dass Ihr Po beim Sitzen schön bedeckt bleibt.

Die beste Voraussetzung dafür ist, dass der Bund weit genug ist, um Ihre Kurven gut und bequem zu umhüllen.

Die Hose endet in Höhe der vorderen Beckenknochen: Niedrige Bundhöhe, Hüfthose oder „Low Rise“

Das ist eine vorteilhafte Bundhöhe, wenn Sie einen kurzen Oberkörper und lange Beine haben. Allerdings nur, wenn Sie einen flachen Bauch und wenig Hüftgold Ihr Eigen nennen.

Denn ein Bauch oder Pölsterchen an den Hüften stören bei „low rise“-Hosen erheblich. Dann droht das gefürchtete „Muffin Top“ – das Herausquellen überflüssiger Pfunde oberhalb des Hosenbunds.

Die meisten erwachsenen Frauen über 50 werden daher wohl eher auf diese Bundhöhe verzichten wollen…

Die Leibhöhe oder „rise“ einer Hose zusammen mit der Beinlänge entscheiden darüber, wie die Hose Ihre vertikalen Proportionen verändert.

Hintere und vordere Leibhöhe

Die Leibhöhe vorne und hinten ist entscheidend dafür, ob Sie Ihre Kurven an Bauch und Po in der Hose ansprechend unterbringen.

Dabei bezeichnet man die Leibhöhe als die Länge, die entsteht, wenn Sie ein Maßband von der vorderen Mitte des Bundes durch den Schritt bis zur hinteren Mitte des Bundes legen. Die vordere Leibhöhe misst die Länge vom vorderen Bund bis zu der Stelle im Schritt, an der die inneren Nähte der Hosenbeine zusammentreffen. Die hintere Leibhöhe misst die Länge von diesem Punkt im Schritt bis zur hinteren Bundmitte.

Vor allem die hintere Leibhöhe ist entscheidend dafür, dass Ihr Po in einer Hose ausreichend Platz findet – auch wenn Sie sitzen. Am besten Sie achten darauf, dass Ihre Hose hinten höher geschnitten ist als vorne. Dann gibt es ein Problem weniger (siehe auch die Tipps zur Passform in Teil 2 des Hosen-Ratgebers).

Wie die Länge des Hosenbeins Ihre Figur formt

Die Länge des Hosenbeins kann einzeln betrachtet werden. Die Wirkung der Hosenlänge ist aber auch stark von der Hosen-Silhouette insgesamt abhängig. Zudem haben die Styling-Partner Oberteil und Schuhe einen großen Anteil daran, wie die Hosenlänge figürlich verkraftbar ist. Denn erst in dieser Gesamtsicht entstehen die Proportionen des Looks.

So wirken lange Hosen

Grundsätzlich gilt eine Hose als lang, wenn der Hosensaum zirka ein bis eineinhalb Zentimeter vom Boden entfernt ist. Tragen Sie hohe Schuhe darunter, gilt der sichtbare Teil des Absatzes – also ebenfalls ein bis eineinhalb Zentimeter – als Maß der Dinge.

Je nach Weite des Hosenbeins entsteht mit einem hohen Absatz eine ungebrochene, lange Beinlinie, die Ihre Statur und Ihre Beine deutlich verlängern kann.

  • Je schmaler das Hosenbein ist und immer noch gerade über den Schuh fällt, desto mehr wirkt dieser verlängernde Effekt.
  • Ist das Hosenbein sehr weit, verringert sich der vertikale Streckungseffekt.
  • Ist das Hosenbein schmaler und schoppt sich unten an Knöchel oder Schuh, verringert sich der streckende Effekt ebenfalls deutlich.

Da bei flachen Schuhen zusammen mit langen, weiten Hosen der vordere Hosensaum auf dem Schuhrist aufsteht und einen Knick verursacht, wird die Beinlinie hier früher unterbrochen und ein Teil des verlängernden Effekts verschwindet – einmal abgesehen davon, dass weniger Absatz ohnehin gleichbedeutend mit einer geringeren optischen Beinlänge ist.

So wirken knöchellange Hosen und die 7/8-Länge

Bei dieser Hosenlänge wird das Bein erst einmal verkürzt. Wenn Sie aber jetzt denken sollten, dass Sie mit kurzen Beinen auf diese Hosenlänge ganz verzichten sollten, dann wäre dieser Schluss verfrüht.

Denn schmale, gerade geschnittene Hosen, die so kurz sind, dass sie nicht auf dem Schuh aufsetzen, bilden immer noch eine ungebrochene, vertikale Linie mit verschlankendem Effekt. Wenn Sie Ihre Schuhe dazu geschickt wählen, können Sie die geringe verkürzende Wirkung ausgleichen. Das Gleiche gilt für einen hohen Hosenbund (siehe oben). Hierzu gibt es viele Tipps in den Beiträgen, wie Sie Beine optisch verlängern.

Voraussetzung ist aber, dass Sie den Fokus am Knöchel gut vertragen und dort eine vergleichsweise schmale Körperzone haben. Dabei geht es nicht um den absoluten Umfang Ihrer Knöchel, sondern um die Proportionen! Wenn Sie zu den vielen Frauen gehören, die im Vergleich zu den Oberschenkeln und Waden recht schmale Knöchel haben, ist diese Hosenlänge für Sie eine gute Wahl.

Wenn Sie Ihre Knöchel noch schlanker erscheinen lassen möchten, dann erhöhen Sie einfach die Saumweite Ihrer knöchellangen Hose – wie dies beispielsweise bei der 7/8-Schlaghose der Fall ist, die ich Ihnen hier schon einmal vorgestellt hatte.

Den größten bein-verkürzenden Effekt schaffen Sie mit einer knöchelfreien, insgesamt sehr weit geschnittenen Hose. Dann wäre auf jeden Fall ein kleiner Absatz dazu anzuraten – wenn Sie nicht ohnehin sehr lange Beine haben.

Und Achtung: Wenn Sie sehr groß sind, sollten Sie keine nur leicht verkürzte Hose tragen. Denn das sieht schnell so aus, als seien die Hosen zu kurz für Sie – Stichwort: Hochwasserhose. Greifen Sie stattdessen lieber zu deutlich gekürzten Hosen, wie die Capri- oder Culottes-Länge (siehe unten) – Sie können den größeren, optisch verkürzenden Effekt ja ohnehin gut vertragen!

So wirken Capri-Hosen und Culottes

Bei kürzer geschnittenen Hosen, die zwischen Knie und Waden enden, kommt es – neben der Beinweite und den Proportionen zusammen mit dem Oberteil – vor allem darauf an, an welcher Stelle genau der Hosensaum platziert ist.

Capri-Hosen unterbrechen den Unterschenkel ungefähr in der Mitte und verkürzen stark. Sie sollten daher unbedingt unterhalb der breitesten Stelle der Wade enden.

Bei Culottes sind diejenigen, die an der schlanksten Stelle unterhalb des Knies enden, häufig die figur-freundlichsten Exemplare. Längere oder weitere Modelle können Sie mit taillenhohen Schnitten und entsprechenden Lagenlooks sowie mit einem Schuh mit Absatz wieder schlanker und größer stylen.

Große oder sehr schlanke Frauen können dazu auch flache, klobige Schuhe tragen und sehen dennoch proportional harmonisch aus.

So wirken Bermudas und Shorts

Frauen mit insgesamt sehr kräftigen Beinen sollten auf diese Hosenlänge verzichten. Auch für Frauen mit vergleichsweise kurzen Oberschenkeln sind Bermudas nicht zu empfehlen, da sie den Oberschenkel teilen und daher zusätzlich verkürzen.

Ob Sie Shorts tragen sollten, entscheiden Sie selbst und achten dabei möglichst auf die Konstitution Ihrer Beine.

Bei Shorts ist zudem darauf zu achten, dass sie nicht breiter als lang sind. Denn das macht Sie in der Hüft-Po-Oberschenkel-Region insgesamt viel kräftiger, als Sie es sind. Solche Exemplare sind nur für die dünnsten, recht gerade gebauten Frauen vorteilhaft.

Für alle anderen sind Shorts mit taillenhohem Schnitt eine gute Wahl, wenn es um die figürliche Wirkung von Shorts geht. Eine schmale Hüfte und tolle Oberschenkel wären dennoch förderlich…

Wenn Sie trotz dieser aufgeführten Nachteile auf Ihre Bermudas oder Shorts im Sommer nicht verzichten wollen, dann gibt es noch einen Tipp: Sie können mit der Beinweite tricksen. Ein weiteres Hosenbein lässt Ihren Oberschenkel darunter etwas schmaler erscheinen. Und es wirkt insgesamt eleganter.

Wenn Sie sich diese Hosen mit unterschiedlicher Leibhöhe und Hosenlänge an einer Figurine vorstellen, bekommen Sie einen guten Eindruck davon, wie die vertikalen Proportionen verschoben werden: je mehr Hosenlänge und je höher der Bund, desto länger wirken die Beine.

Wenn Sie sich diese Hosen mit unterschiedlicher Leibhöhe und Hosenlänge an einer Figurine vorstellen, bekommen Sie einen guten Eindruck davon, wie die vertikalen Proportionen verschoben werden: je mehr Hosenlänge und je höher der Bund, desto länger wirken die Beine.

Wie die Hosenweite und das Stoffvolumen Ihre Figur beeinflussen

Die Hosenweite in den unterschiedlichen Körperzonen an Taille und Hüfte, Po und Oberschenkeln sowie unterhalb der Knie entscheidet ebenfalls über Ihre Proportionen – und zwar über die horizontalen und vertikalen gleichermaßen.

Grundsätzlich gilt:

  • Je weiter die Hose, desto kürzer und kräftiger wirkt die entsprechende Körperzone.
  • Je nachdem, wo ihre Hose weiter und enger ist, schafft das die typische Silhouette der Hose – die typische Hosenart.

Mehr Stoffvolumen kann dabei bestimmte Körperzonen entweder verschwinden oder sie sogar kräftiger erscheinen lassen. Das hängt damit zusammen, wie sich das Volumen oberhalb und unterhalb der betroffenen Zonen weiter entwickelt.

Mehr Stoffvolumen in der Taillen-Hüft-Zone

Wieviel Stoffvolumen die Hose zwischen Taille und Hüfte aufnimmt, entscheidet darüber, wie kräftig Taille, Hüften und Bauch insgesamt wahrgenommen werden. Vor allem wenn das Hosenbein darunter wieder schmaler wird, fällt die Hüft-Bauch-Region dann als deutlich kräftiger auf.

Besonders viel Stofffülle gleich unterhalb der Taille entsteht beispielsweise mit Bundfalten, bei einem Gummizug oder einem Tunnelzug-Bund.

Sie sind eine A- oder X-Frau und haben schon mehr Kurven an den Hüften? Dann brauchen Sie dort kein zusätzliches Volumen. Vermeiden Sie folglich Bundfalten, Tunnelzug- oder Gummibund-Hosen und wählen Sie eine möglichst figurnahe, flache Hosenfront!

Auch wenn Sie als O-Typ einen ausgeprägten Bauch und ein paar mehr Pölsterchen an den Hüften haben, sind Bundfalten sowie Tunnelzug und Gummibund Gift für Ihre Figur! Bleiben Sie bei ganz schlichten, vorne und an den Hüften anliegenden Hosenmodellen.

Sie sind ein Y- oder H-Typ, haben schmale Hüften und wünschen sich dort mehr Kurven? Dann sind Bundfaltenhosen genau Ihr Ding.

Und wenn Sie insgesamt sehr schlank und gerade gebaut sind, dann dürfen Sie auch gerne einen Gummizug oder Tunnelzug bei Hosen ausprobieren. Dieser verschafft Ihnen sofort ein optisches Mehr an Kurven.

Mehr Stoffvolumen am Po

Jetzt sehen Sie sich Ihre ideale Hose einmal von hinten an. Denn auch dort kann sie mehr oder weniger Volumen aufweisen.

Grundsätzlich kann die Hose Ihre Porundung komplett abbilden oder ab der kräftigsten Stelle Ihres Pos recht gerade nach unten fallen.

Achtung: Alles dazwischen – und vor allem, wenn der Stoff unterhalb des Pos unschön einknickt – spricht für eine schlechte Passform, die nichts für Ihren Po tut!

Wenn der Stoff der Hose vom kräftigsten Punkt des Pos fast gerade zu Boden fällt, verschwindet ein Teil des Pos und wirkt dadurch schlanker. Auch fällt die Poform nicht mehr auf – gut für Hängepos und alle Pos ohne Idealform. Allerdings: Die Hose ist dann insgesamt weiter und könnte Ihre Beine optisch kürzer erscheinen lassen (siehe weiter unten).

Wird der Po vom Stoff eng umschlungen und zeigt er dessen Form ganz genau, ist es vom Stoff abhängig, wie sehr dieser den Po notfalls in Form bringen oder anheben kann. Vermeiden Sie in diesem Fall unbedingt zu dünne Stoffe, unter denen sich der Po und alle seine Rundungen oder Dellen – und die Höschenlinie – abzeichnen!

Letzteres gilt übrigens für alle Figuren…

Mehr Stoffvolumen an den Oberschenkeln

Wenn Sie Ihre Beine möglichst schlank und lang stylen möchten, dann greifen Sie zu Hosenformen, die an den Oberschenkeln anliegen oder diese körpernah umfließen. Das gilt für die meisten Figuren.

Einzige Ausnahme: Wenn Sie ausgeprägte Reiterhosen haben, ist eine an den Oberschenkeln zu eng anliegende Hose nicht für Sie geeignet. Greifen Sie in diesem Fall besser zu figurnah-umspielenden oder weiten Modellen.

Achtung: „Anliegend“ bedeutet nicht, dass die Hose Ihre Oberschenkel wie eine Wurstpelle umschlingen soll… Spannen die Oberschenkel, passt Ihnen die Hose nicht!

Viel Stoffvolumen vom Knie abwärts

Eine Hose kann am Unterschenkel in Richtung Fesseln sehr eng werden oder sehr weit auslaufen.

Frauen mit schmalen Unterschenkeln und Fesseln können ohne Probleme zu sehr engen Hosenbeinen greifen.

Aber Achtung: Es ist dabei wichtig, wie sich die restlichen Proportionen verteilen! Wenn Sie oberhalb am Körper deutlich kräftigere Zonen aufweisen, sollten Sie bei sehr schmal zulaufenden Hosen irgendwo einen weiteren Proportionsausgleich im Outfit einplanen – entweder bei Schuhen oder am Oberkörper.

Diese Warnung gilt vor allem für Frauen mit kräftigen Hüften und Oberschenkeln – also vor allem für den A-Figurtyp. Denn sehr enge Unterschenkel lassen diese Region weiter oben noch kräftiger erscheinen.

Aber auch der O-Typ mit seiner kräftigen Körpermitte sollte darauf achten, bei schmalen unteren Hosenbeinen einen Ausgleich zu platzieren – beispielsweise in Form eines Blockabsatzes oder einer Plateausohle an den Schuhen.

Eine mittelweite oder schmale, gerade Hosenform an den Unterschenkeln steht fast jeder Frau und ist bei den meisten zeitlosen klassischen Hosenschnitten zu finden.

Weite oder sehr weit ausgestellte untere Hosenbeine, wie sie bei Bootcut-Hosen oder Schlaghosen entstehen, akzentuieren Ihre Kurven oder schaffen welche, wo keine sind. Auch können unterhalb des Knies ausgestellte Hosenbeine einen guten Proportionsausgleich für kräftigere Körperzonen oberhalb des Knies bilden.

Diese Effekte sind in gemäßigter Form (Bootcut) für den X- und A-Typ, in ausgeprägter Form (Schlaghose) für den H- und Y-Typ vorteilhaft.

In welcher Zone eine Hose mehr oder weniger Volumen hat und wie sich das Volumen entwickelt, entscheidet über den Hosentyp - und darüber, wie Ihre Figur darin zur Geltung kommt.

In welcher Zone eine Hose mehr oder weniger Volumen hat und wie sich das Volumen entwickelt, entscheidet über den Hosentyp – und darüber, wie Ihre Figur darin zur Geltung kommt.

Wie die Silhouette des Hosenbeins Ihre Figur formt

Das Stoffvolumen in den unterschiedlichen Körperzonen ist auch für die Silhouette der Hose insgesamt verantwortlich – also den Hosentyp.

Eng anliegende, das Bein nachzeichnende Hosen: „skinny“ Hosen

Sehr enge, das Bein komplett abzeichnende Schnitte werden auch als „skinny“ bezeichnet – sie liegen auf Ihrem Bein wie eine zweite Haut.

Haben Sie schlanke, wohlgeformte Beine, sind „skinny“ Hosen eine gute Wahl.
Dabei sollten die Beine aber keinesfalls zu dünn sein.

Die meisten Figurtypen können solche „skinny“ Hosenschnitte als Proportionsausgleich einsetzen, wenn Sie dazu ein weiteres, längeres Oberteil kombinieren. Dann entstehen ähnliche Kompositionen, wie Sie sie auch in den Outfit-Formeln für Lederleggings finden.

Hier sehen Sie insgesamt 14 unterschiedliche Hosen-Silhouetten, die durch Leibhöhe, Länge und Volumen definiert werden.

Hier sehen Sie insgesamt 14 unterschiedliche Hosen-Silhouetten, die durch Leibhöhe, Länge und Volumen definiert werden.

Gerade und schmal verlaufende Hose: „Zigaretten“-, „Röhren“- und gerade Hose

Gerade und eher schmale Hosenformen sind sehr gut dazu geeignet, Beinlänge zu schaffen. Welche Frau kann das nicht gebrauchen? Die ununterbrochene, lange Form, die an den Oberschenkeln noch anliegt oder diese nah umspielt, akzentuiert die vertikale Linie des Körpers.

Wenn Sie Gazellen-Beine erschaffen möchten und wenn Sie eine kleine Frau sind: bitte zugreifen!

Da die lange Gerade von ihrer Linienführung her perfekt mit dem geraden Körper der H-Figur korrespondiert, wird diese Hosenform auch oft dem androgynen Figurtyp empfohlen – solange dieser nicht weiblicher erscheinen möchte.

Auch Frauen mit kräftigeren Oberschenkeln profitieren davon, wenn das Bein die Oberschenkel sanft umhüllt und diese dann gerade abwärts zum Boden streckt.

Nach unten erst weiter, dann enger werdende Hosen: Karottenhosen und Zigarrenhosen

Wenn die Hosenbeine an der Hüfte und Oberschenkel zuerst weiter und dann zum Knöchel hin wieder sehr schmal werden, entsteht eine starke, äußere Hüft-Oberschenkel-Knie-Kurve.

Eine solche äußere Kurve ist für Frauen, wie den A- oder X-Typ, die dort ohnehin sehr gerundet sind, meist keine gute Wahl.

Auch O-Type benötigen an dieser Stelle keinesfalls zusätzliches Volumen.

Bei schlanken H- und Y-Typen kann die Karotten- oder Zigarrenform durchaus vorteilhaft sein, wenn die Beine von Natur aus lang und schmal genug sind.

Gerade und lässig geschnittene Hosen: „Slacks“, „Chinos“ und mehr

Etwas lässiger geschnittene, gerade Hosen werden oft „Slacks“ oder „Chinos“ genannt. Das sind typisch männliche Freizeit-Hosenformen und haben ebendiesen geraden, lässigen, schnörkellosen Charme.

Auch solche Hosen stehen fast jeder Frau, solange sie nicht zu weit geschnitten sind und dennoch die Beine locker umfließend.

Aber Achtung: Diese Hosenform wirkt eher männlich und ist für sehr feminine Frauen weniger passend. Das ist also eine Stil- und keine Figurfrage…

Gerade und weite Hosen: Bundfaltenhose und Culottes

Eine klassische Bundfaltenhose, aber auch viele Culottes sind eigentlich gerade geschnittene Hosen, die durch ihre Bundfalten nach unten sehr viel Weite aufnehmen und daher wie eine A-Silhouette wirken.

Sehr weite, gerade Hosen verkürzen das Bein tendenziell und damit auch die Statur insgesamt.

Die meisten Frauen mit etwas kürzeren Beinen werden dazu Schuhe mit Absätzen tragen oder den Bund der Hose sehr hoch platzieren müssen, um diesen Effekt auszugleichen.

Große Frauen können bedenkenlos zugreifen. Dann ist diese Hosenform für Sie gut einsetzbar, wenn Sie etwas kleiner wirken möchten.

Ausgestellte Hosenformen: Marlene- und Palazzo-Hose, Bootcut- und Schlaghose

Die ab der Hüfte weit oder sehr weit ausgestellten Hosenformen, wie beispielsweise eine Marlene-Hose oder eine Palazzo-Hose, wirken ähnlich wie ein langer A-Linien-Rock.

Je mehr Volumen die Hose nach unten hin aufnimmt, desto kleiner macht sie. Da die äußere Silhouette nach oben in Richtung Taille schmaler verläuft, rückt eine schmale Taille in den Fokus. Zudem kann die Weite am Saum kräftigere Bereiche in der Schulter-Brust-Zone proportional ausgleichen.

Große Frauen mit schmaler Taille schlagen mit weit ausgestellten Hosen zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie wirken kleiner und können Ihre schmale Mitte toll betonen.

Kleine Frauen sollten bei der Hosenweite Vorsicht walten lassen und zu etwas schmaler geschnittenen Modellen greifen.

Größere Frauen mit Y- und H-Figur können die proportionalen Vorteile nutzen, Ihre Schultern weniger kräftig und die Taille schmaler sowie insgesamt kurviger wirken lassen.

Ab dem Knie nach unten ausgestellte Hosen, wie Bootcut- oder Schlaghosen, haben eine ähnliche proportionale Ausgleichswirkung für kräftige Schulter-Brust-Zonen. Sie sind jedoch am Oberschenkel noch schmal geschnitten und daher auch für kleinere Frauen besser einsetzbar.

Durch den starken Schwung in der Silhouette akzentuieren ab dem Knie ausgestellte Hosen die Kurven der A- und X-Frau und verschaffen dem geraden H-Typ mehr Weiblichkeit.

Frauen mit kräftigen Oberschenkeln können den leichten Schlag für den proportionalen Ausgleich nutzen oder mit einer schmalen, geraden Hose das ganze Bein strecken – ganz nach Belieben.

Fazit: Die Suche nach der idealen Hose wird zwar gezielter, bleibt aber schwierig!

Egal, ob Sie nun weitere oder engere, kürzere oder längere Hosen bevorzugen: Sie werden längere Zeit suchen und viele Modelle probieren müssen, um Ihre ideale Hose zu finden. Denn Hosenkauf gehört zu den schwierigsten Disziplinen der Mode. Zumindest wissen Sie jetzt, worauf Sie achten sollten.

Sie haben in diesem ersten Teil des großen Hosen-Ratgebers der Modeflüsterin schon sehr viele Anhaltspunkte gesammelt, mit denen Sie spielen können. Um schließlich daraus Ihre ideale Kombination aus Bundhöhe, Hosenweite und -länge zu wählen.

Im nächsten Beitrag des großen Hosen-Ratgebers werden Sie als Premium-Mitglied im Modeflüsterin-Club noch weitere, wichtige Details kennenlernen, die Ihre ideale Hose aufweisen sollte – oder eben besser nicht. Bleiben Sie gespannt!

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Kategorie Meine Mode-Basics

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin teile ich meine Gedanken und Fashion-Tipps mit gleichgesinnten starken Frauen, die ohne Modelmaße, aber mit viel Persönlichkeit durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).