Das Modeflüsterin-Trend-Barometer für Frauen über 40 – Teil 2: Stoffe und Schnitte

Modetrends Herbst/Winter

Was ist modisch angesagt? Jede Saison stellt sich in der Fashionszene die gleiche Frage. Auch im kommenden Herbst und Winter haben sich die Fashion-Designer mehr oder weniger neue Modetrends ausgedacht. Fragt sich nur noch, welche Modetrends für Frauen über 40 tragbar sind. Das Modeflüsterin-Trend-Barometer klärt auf: Welche Modetrends für Frauen über 40 wunderbar geeignet sind und wovon Sie besser die Finger lassen. Oder Sie machen einfach Ihr Ding – egal was die Leute denken mögen. Das ist immer eine Option.

Das Trend-Barometer kommt in drei Teilen zu Ihnen:

Hier finden Sie die Produkte im Modeflüsterin-Trend-Barometer (Teil 1 + 2; Affiliate-Links):

PS: Die hochpreisigen Designerstücke sind nur als Inspiration gedacht!

Die Stoffe und Materialien der Saison

Die Stoffe und Materialien der Saison sind der Ausganspunkt für viele Key Pieces. Neben den üblichen Verdächtigen der Wintersaison, wie Strick und Tweed (beide immer noch oder wieder aktuell), gibt es auch ein paar neuere und teilweise gewöhnungsbedürftige Erscheinungen am Mode-Horizont.

Leder ist jetzt überall: rockig oder ladylike

Das alles dominierende Material für Herbst und Winter ist Leder. Dabei können Sie wählen: Zwischen punkigen, rockigen, rebellischen Varianten in schwarz oder einer „Lady in Leather“ – elegante, ganz und gar in feinstes Leder gekleidete Erscheinungen in Anzügen, Kleidern, Blusen und Röcken. Und zwar in allen Farben!

Sogar All-Over-Looks in Lila wurden auf dem Laufsteg gesichtet. Oder in dem angesagten dunklen Smaragd- bzw. Waldgrün. Und natürlich in allen kräftigen, orange-lastigen Cognac- und Kamelhaartönen der Saison. Gefolgt von allen trendigen Braun-Nuancen.

Wenn Sie jetzt noch ein gutes altes Stück aus den 80er Jahren in einem schönen Cognacton Ihr Eigen nennen und der passende Farbtyp dazu sind, lautet mein Rat folglich: tragen, tragen, tragen!

Auch Ihre „alten“ Bikerjacken, Bikerboots, Springerstiefel in schwarz können Sie jetzt wieder aus dem Schrank holen – waren sie je weg? Und natürlich kommt Ihr Lederrock in braun oder schwarz wieder in alle Ehren.

Wenn Sie dazu ein trendy Highlight setzen möchten, dann tragen Sie Lederjacken, Blusen und Kleider in den neuen kräftigen Farben. Oder ganze Hosenanzüge aus Lederblazer und Lederhose.

Die Lederhosen sind jedoch recht weit geschnitten: ein Paperbag-Bund, Bundfalten und großzügige Karottenformen waren ebenso zu sehen wie weite Lederhosen im Herrenstil. Auch die Lederblazer bleiben ganz im Stil der Saison: breite Schultern, tailliert und länger.

Meine Tipps für Frauen über 40:

Für eine Frau über 40 kann so viel Leder ganz schön überwältigend sein. Besonders wenn es weiter und lockerer geschnitten ist – wie die modernen Lederhosen. Mein Rat lautet daher:

  • Machen Sie ein Statement mit maximal einem größeren Lederteil und kombinieren Sie dieses mit zurückhaltenden, matten Materialien und figurnahen Schnitten.
  • Sie werden sich wahrscheinlich entweder in die eine oder andere Fraktion einreihen können – in den Rock-Chic oder als Leder-Lady. Bleiben Sie daher bei Ihren Lederteilen entweder in der einen oder anderen Stilwelt.

Übrigens: Ihre enge Lederleggings können Sie immer noch tragen. Sie ist ein zeitloser Klassiker geworden – auch wenn jetzt ihre weiter geschnittenen Schwestern gerade so angesagt sind. Die „Weit-über-eng-Kombi“ mit Lederleggings ist ein unübertroffener Look – gerade für Frauen über 40.

Modetrends für Frauen über 40 - Leder

In dieser Saison gibt es fast nichts, was nicht aus Leder ist.

Steppstoffe oder die Gemütlichkeit des Seins

Ok. Daunen sind ein tolles, wärmendes Material für den Winter. Aber jetzt bekommen Daunen Konkurrenz: von Steppstoffen. So nennt man ein wattiertes und wie einen Quilt in regelmäßigen Nähten abgestepptes, doppellagiges Material.

Stellen Sie sich einfach vor, Sie würden sich in eine Steppdecke einwickeln und vor die Tür gehen. So in etwa stellt sich der neue Trend dar. Denn jetzt werden aus diesem Material nicht nur Mäntel und Jacken gefertigt, sondern sogar Abendkleider.

Und natürlich Röcke, Hosen, Oberteile, Taschen… soll ich fortfahren?

Wenn Sie schick und warm bleiben möchten, dann können Steppjacken, -Mäntel und -Westen tatsächlich hervorragende Dienste leisten. Und wenn Sie einmal wirklich auffallen wollen, dann tragen Sie einen Midirock aus Steppmaterial.

Aber bitte, bitte: Beschweren Sie sich niemals darüber, dass Sie das nicht gertenschlank aussehen lässt! Und bereiten Sie sich auf entsprechende Kommentare aus Ihrem Umfeld vor!

Ich glaube, meine Glaskugel will mich gerade warnen, dass der Trend nicht lange überleben wird…

Samt und Plüsch gegen den Winter-Blues

Die schöne Nachricht: Samt bleibt. Und Plüschmaterialien auch. Beide Stoffe mit Kuschelfaktor sorgen dafür, dass der Winterblues keine Chance bekommt.

Samt wird jetzt gerne als Anzug oder Maxikleid getragen. Aus Fake-Fur und Teddymaterial werden weiterhin Winterträume gemacht. Achtung: Darunter sind jetzt auch viele Fake-Fur-Mäntel in Leomuster!

Für Frauen über 40 ist ein Fake-Fur-Mantel immer dann tragbar, wenn er nicht wie einer der früheren Echtpelzmäntel aussehen will. Greifen Sie also entweder zu einer ungewöhnlichen Farbe oder zu einer Struktur, die sofort als Fake-Fur oder Teddy ins Auge fällt. Dann sind Sie auf der sicheren Seite – mit einem Augenzwinkern. Und Sie sollten sich darüber im Klaren sein, dass dabei natürlich figürliche Aspekte keine Rolle spielen.

Ob Steppstoffe, Samt oder Plüsch – der Kuschelfaktor in diesem Winter wird hoch und macht auch vor Accessoires nicht Halt.

Patchwork: Stück für Stück zum Stil oder auch nicht

Eine weitere Erscheinung, die ich Ihnen schon in meinem letzten Trend-Barometer vorgestellt hatte, bleibt uns erhalten: Patchwork.

Dieses ist jetzt quasi die Alternative zum Mustermix. Der integrierte Muster- und Material-Mix sozusagen.

Alle angesagten Materialien, wie Leder, Tweed und Stepp, aber auch alle angesagten Muster, wie Karo, Animal Print, Polka Dots und mehr, werden dabei in Stoffstücken zusammengesetzt. Daraus entstehen Maxikleider ebenso wie Wintermäntel oder sogar exzentrische Stricksachen.

Auch das macht nicht gerade schlank – das ist eine Untertreibung! – und bringt eine gehörige Portion 70er-Jahre-Retro-Flair mit.

„Ja mei, wenn’s schee macht“ (bayrisch; sinngemäß in etwa: „Wenn es denn schön macht“), könnten Sie jetzt sagen. Macht es aber nicht. Zumindest meistens. Ich finde, bei diesem Trend sollten Sie als Frau über 40 Ihrer Tochter das Feld überlassen. Es sei denn natürlich, Sie wollen in der Do-It-Yourself-Gruppe mit einer Eigenkreation brillieren.

Patchwork ist im Trend – aber macht das auch schick?

Die Strick-Inflation

Strick ist natürlich DAS Material für Herbst- und Winterkleidung schlechthin. Ein Winter ohne Pullover? Undenkbar!

Was uns aber in diesem Winter erwartet, ist eher eine Strick-Inflation. Denn Sie können gar nicht genügend Stricksachen auf einmal tragen. Gerne auch alles doppelt! Oder noch besser: dreifach!

Dann wird der Rollkragenpullover über dem V-Pullover gelayert. Dazu kommt ein weiterer Pullover als Schalersatz lässig um die Schulter drapiert. Oder darf es noch ein Long-Cardigan darüber sein? Natürlich zur Strickhose. Oder zum Strick-Maxi-Rock. Dazu noch Booties mit Strickstulpen bitte. Und eine Strickmütze. Sie verstehen das Prinzip, nehme ich an.

Dieser All-Over-Strick-Look kommt extrem weich fallend, hochwertig, elegant drapiert und dennoch bequem-kuschelig daher. Sie brauchen dazu im Idealfall die beste Strick-Qualität und – besonders bei mehrlagigen Looks – einen recht dünnen, glatten Strickstil.

Also: Tragen Sie in diesem Winter nicht den Pullover, sondern Ihre Pullover – mindestens zwei auf einmal. Oder einen Cardigan. Diesen schließen Sie bis oben und tun so, als ob es ein Pullover wäre. Den Pullover drapieren Sie dann lässig um die Schulter und halten ihn mit einer großen Brosche fest. Fertig ist ein weiterer Wintertrend!

Die wichtigsten Schnitte und Silhouetten für Herbst und Winter

Der Herbst und Winter bringt viel Power und Puff. Und zwar Power-Schultern und Puffärmel. Was es alles noch zu bestaunen gibt – hier ist meine Auswahl:

Von Power-Schultern und Statement-Ärmeln

Die 80er Jahre lassen grüßen: Schultern und Arme werden wieder stark – will heißen: superstark – in Szene gesetzt.

  • Das wären zum einen die deutlichen Schulterpolster an Blazern und Kleidern. Diese erinnern an die beste Denver- und Dallas-Zeiten.
  • Dann sind da die neuen Puff- und Keulenärmel. Bei diesen wird an der Ärmelansatznaht so viel Stoff angereiht, dass viel Volumen entsteht. Auch das verbreitert die Schultern deutlich.
  • Und schließlich werden Rüschen und Volants sowie eine Vielzahl an weiteren dekorativen Details derzeit bevorzugt an den Außenseiten der Ärmel platziert. Das vergrößert die Silhouette des Oberkörpers teilweise monströs.

Eine Begleiterscheinung von so viel Volumen am Oberkörper ist, dass die Taille möglichst schmal bleiben sollte – oder noch besser: der ganze Unterkörper figurnah bekleidet am besten wirkt.

Es versteht sich von selbst, dass Frauen mit breiten Schultern und viel Busen davon abzuraten ist. Frauen mit schlanker Taille und schmalen Schultern dürfen sich freuen – allerdings nur, bis der Trend wieder vorbei ist. Und auch nur, wenn sie bereit sind, ihren Unterkörper möglichst figurnah zu inszenieren.

Gerade eine Statement-Bluse ist ein echtes „Show-Piece“ – also ein Stück, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Solche Teile sind vor allem dann eine gute Idee, wenn Sie nur einen schlichten Rock oder eine Hose dazu tragen und dennoch mit Ihrem Outfit glänzen wollen. Ich sage nur: Festliche Kleidung für Theater, Oper, Konzert.

Und darüber ein Cape! Das ist nämlich ebenfalls zu beachten, wenn Sie sich für Statement-Ärmel entscheiden: Dass Sie im Winter noch etwas darüber anziehen müssen…

Die Schultern sind in dieser Saison entweder breit und kantig oder werden mit Rüschen, Volants und Puffärmeln sowie Pelerinen und großen Kragen akzentuiert.

Wadenlang ist wieder in!

Mit der Rückbesinnung auf die Lady, aber auch mit der klassischen Gemütlichkeit, die in die Mode einzieht, kommt auch die Wadenlänge zurück.

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Kategorie Meine Mode-Trends

Hallo, ich heiße Stephanie Grupe. Ich bin PR-Expertin, leidenschaftliche Malerin und begeisterte Hobby-Schneiderin. Als Modeflüsterin unterstütze ich starke Frauen ohne Modelmaße dabei, ihren perfekten Kleiderschrank aufzubauen, damit sie stilvoll, entspannt und selbstbewusst durchs Leben gehen... (mehr über die Modeflüsterin).